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Fünf Jahre nach der Gründung redet die Bürgerinitiative Klartext: „Regioport? – Nein danke“

Containerhafen: Bicon wählt härtere Gangart

Bückeburg (bus). Fünf Jahre nach ihrer Gründung legt die Bürgerinitiative Containerhafen (Bicon) eine wesentlich härtere Gangart an den Tag als in ihrer Anfangszeit. Während die als Verein organisierte Gemeinschaft in früheren Veröffentlichungen betonte, „gegen den Bau des neuen Containerhafens Minden nach dem jetzigen Planungsstand“ zu sein, wird nun Klartext gesprochen. „Regioport? – Nein danke“, heißt es in einem Faltblatt, das während der Hauptversammlung im Cammeruner Dorfgemeinschaftshaus vorgestellt wurde.

veröffentlicht am 05.11.2012 um 16:08 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 14:41 Uhr

Die Publikation greift in erster Linie die Themenfelder Lärm, Verkehr und Geld auf. Zum Punkt „Lärm“ schreiben die Verfasser: „Im Containerhafen soll 24 Stunden am Tag, an 365 Tagen, ein Umschlag der Waren erfolgen. Dann ist es vorbei mit der Ruhe, auch an Sonn- und Feiertagen und in jeder Nacht.“ Unter dem Punkt „Verkehr“ ist zu lesen: „Da Minden keine direkte Autobahnanbindung bietet, wird die Warenverteilung über unsere örtlichen Straßen erfolgen und somit auch an den Bushaltestellen unserer Kinder vorbei.“ Die Verteilung der Waren erfolge ausschließlich per Lkw; eine Bahnanbindung sei zwar geplant, deren Umsetzung aber fraglich.

Beim Punkt „Geld“ führt die Initiative Angaben der Regioport GmbH ins Feld, denen zufolge die Gesellschaft „17 Jahre lang Verluste von über 15,5 Millionen Euro“ einfahre. Schlussfolgerung der Bicon: „Somit fehlen Minden 15,5 Millionen Euro für den Ausbau von Sozialstätten und Kindergärten.“ Käme hinzu, dass die Gewinnprognosen den noch zu bauenden Gleisanschluss vernachlässigten. „Hierdurch fallen noch zusätzlich 30 Millionen Euro an Investitionskosten an“, halten die Autoren fest.

Das Faltblatt ist Teil einer Aktion, die im Verlauf der Versammlung als „Bicon 2.0 – Die Bicon 2013“ vorgestellt wurde. Weitere Bestandteile dieser Aktion sind eine Plakatkampagne, ein neuer Internetauftritt und ein Aufkleber. Auf der Webseite www.regioport-nein-danke.de erklärt der Verein: „Die Bürgerinitiative Containerhafen ist gegen den Bau des neuen Containerhafens, da er überflüssig ist, keinen wirtschaftlichen Nutzen für Minden und Umgebung bedeutet und wertvolle Naturflächen für immer zerstört.“ Ein „völlig an jedem Bedarf vorbei geplantes Großprojekt“ solle „wieder einmal ein Grab vieler Steuermillionen werden“. Die Optik des Aufklebers lehnt sich an die der Mitte der 1970er Jahre in Dänemark entworfenen Anti-Atomkraft-Sonne an. Anstelle der Sonne zeigt er einen von einem Verbotszeichen umrahmten, stilisierten Containerkran.

Im Dorfgemeinschaftshaus ergänzten Vorstandsmitglieder die Aussagen von Flyer und Webseite mit der Feststellung: „Der Regioport ist kein Hafen und wird kein Hafen werden.“ In der von Gabriele Schmidt und Uwe Tönsing gezogenen Jahresbilanz kamen die Teilnahme an der Regioport-Verbandsversammlung, ein in Evesen organisierter Stammtisch zum Thema „Lärm macht krank“, ein Vortrag bei der Partei „Die Piraten“ und eine Anzeigenaktion ebenso zur Sprache wie die Präsentation des Vereins im Rahmen der Cammeruner 450-Jahr-Feier, die Teilnahme am örtlichen Erntefest und ein Rundfunkinterview. Als nächstes gemeinsames Vorhaben kündigten Schmidt und Tönsing eine Neuauflage des 2011 erstmals organisierten Grünkohlessens an. Treffpunkt ist am Freitag, 23. November, um 19.30 Uhr erneut die Bückeburger Gaststätte „Brauhaus“.




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