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Gemeinderat Niedernwöhren genehmigt Ausnahme von Bebauungsplan-Vorschriften

Dach und Terrasse dürfen bleiben

Niedernwöhren (gus). Der Gemeinderat hat eine Ausnahme von den Vorschriften des Bebauungsplans Nummer zehn für das Baugebiet „Bahnhofstraße“ genehmigt. Als Folge davon müssen die Eigentümer des Grundstücks an der Grenzstraße 4 keine baulichen Änderungen vornehmen.

veröffentlicht am 22.12.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 11:42 Uhr

Die dort wohnenden Eheleute Kovacs hatten einen Antrag auf Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans gestellt. Hintergrund ist, dass eine Terrasse die eingetragenen Baugrenzen überschreitet und das Dach über der Terrasse eine zu geringe Neigung hat. Wäre der Rat unnachgiebig gewesen, hätten die Kovacs’ teure Umbaumaßnahmen schultern müssen.

Sprich: Der Teil der Terrasse, der über die Grenze ragt, müsste entfernt werden, außerdem wäre ein anderes Dach zu erstellen. Die Mindest-Dachneigung beträgt 30 Grad. Von der Terrasse ragt nur eine kleine Ecke über das Grundstück Nummer 4 hinaus Dies hätte aber eine unbeabsichtigte Härte bedeutet, geht aus der baurechtlichen Beurteilung der Angelegenheit hervor. Von „erheblichen finanziellen Aufwendungen“ für die Antragsteller ist die Rede. Da sich die Nachbarn aber offensichtlich nicht gestört fühlen und die Abweichungen von den Vorschriften „städtebaulich vertretbar“ sind, waren die Politiker geneigt, dem Ehepaar diese Form von Ungemach zu ersparen. Die „städtebauliche Vertretbarkeit“ begründeten die Ratsherren unter anderem damit, dass das Baugebiet voll ist und kein Präzedenzfall geschaffen wird, den sich Nachahmer zum Vorbild nehmen könnten – beziehungsweise auf dessen Grundlage sie ebenfalls die Vorschriften nicht einhalten würden. Jürgen Weh (SPD) sprach von „geringfügiger Überschreitung“ der Baugrenzen. Die Dachneigung betreffe nicht das Hausdach sondern einen Anbau. „Da sollte man nicht päpstlicher sein als der Papst“, sagte der Sozialdemokrat. Friedrich Wilharm (CDU) verwies darauf, dass die Gemeinde keine Nachteile von der Genehmigung der Ausnahme hat, weil es in dem betreffenden Baugebiet keine Nachahmer geben dürfte. Allerdings pochte er grundsätzlich darauf, die Bebauungspläne ernst zu nehmen. Immer seien solche Ausnahmen nicht zu machen.




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