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24-Stunden-Schwimmen im Sonnenbrinkbad: Zwei Teilnehmer legen mehr als 50 Kilometer zurück

Dagegen ist derÄrmelkanal ein Kinderspiel

Obernkirchen (sig). Es wurde zu einem herausragenden Wochenendereignis, das von Christine Nähring und ihrem Helferteam mustergültig organisierte 24-Stunden-Schwimmen im Sonnenbrinkbad. Insgesamt waren am Ende fast 2033 Kilometer zurückgelegt worden. Die 269 Teilnehmer schafften im Durchschnitt 7557 Meter; das sind 150 Bahnen. Dass man das Vorjahresergebnis nicht erreichte, lag in erster Linie an der Konkurrenz der Fußball-WM. Die Bedingungen für die Wasserratten waren hervorragend, und zwar in allen Abschnitten des Hochsommertages.

veröffentlicht am 03.07.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:22 Uhr

Selbst in tiefer Nacht zogen Schwimmer und Schwimmerinnen unbeirrt ihre Bahnen. Bei einer um diese Zeit tropisch anmutenden Außentemperatur von 24 Grad stieg man auch eine Stunde vor Mitternacht noch gern ins Wasser. Da gab es keinen Grund zum Frösteln und schon gar nicht die Notwendigkeit, zu irgendeinem wärmenden Getränk zu greifen. Die bunten Birnen am Beckenrand und die erleuchteten Stände verliehen dem gesamten Gelände eine besondere Atmosphäre. Immer wieder hallten Zahlen durch das Bad. Das waren die Nummern der Akteure, die nach jeweils hundert Metern ihre Startnummer angeben mussten. Die Eintragungen auf den Karten zeigten, wie beharrliche die Starter Kilometer um Kilometer zurücklegten. Eindeutig am längsten im Wasser war Marcus Reineke, der in 17 Stunden insgesamt 52 000 Meter zurücklegte. Damit hätte er mühelos den Ärmelkanal durchquert und wäre sogar schon wieder auf dem Rückweg gewesen. Ihm am nächsten kam sein Teamkamerad von den Obernkirchener Schwimmsportfreunden, Christian Vogel, mit 50 800 Metern. Olaf Meier lag als Dritter mit 38 100 Metern schon deutlich dahinter. Bravourös schlug sich bei den Frauen Henriette Ismer, die es auf 40 400 Meter brachte. Heike Spier belegte mit 36 500 Metern den zweiten Rang vor Melanie Lehmann mit 25 000 Metern. Die männliche Jugend stellte mit Marc Illhardt (36 000 Meter) den Besten vor Marcel Stark (20 000) und Sven Oppermann (15 200). Bei der weiblichen Jugend schaffte Siegerin Annika Wiekenberg stolze 29 400 Meter vor Celina Peters und Simira Peter, die beide auf 27 000 Meter kamen. Von den Senioren lag Bernhard Rösemeier mit 23 400 Metern vorn vor Mark Reichwaage (20 000) und Jörg Vollbrecht (11 500). Irmgard Seiger siegte bei den Seniorinnen mit 12 000 Metern vor Ute Rösemeier-Frenzel (11 700) und Christa Vieth (10 500). Die Auswertung der Teams zeigte, dass sich hinter den "Schrägen Vögeln" des SSFO mit "Mojam" eine starke Mädchengruppe (126 600 Meter) vor denälteren "Kraulquappen" (123 200) platzierte. Es gabübrigens auch zwei Bürgermeisterkandidaten, die mit eigenen Mannschaften an den Start gingen. Thomas Stübke belegte mit seinem Vater Heinz Busche und weiteren Startern als zusätzliches SSFO-Team den 12. Platz (37 700 Meter). Martin Schulze-Elvert nannte seine Schwimmgruppe "100 Prozent für Obernkirchen" und erreichte mit 19 666 Metern den 20. Rang. Die mit Abstand jüngsten Teilnehmer waren die erst vierjährige Leonie Lötzer und der sechsjährige Timon Hävemeier. Bürgermeister Horst Sassenberg nahm die Sieger ehrung vor und stellte stolz fest: "Mit der erzielten Gesamtzahl von rund 2033 Kilometern hätten wir die Sahara erreicht." Der reibungslose Ablauf und die ausgezeichnete Organisation hätten bewiesen, welchen Stellenwert das Sonnenbrinkbad besitzt. Zu diesem Wettbewerb seien auch Schwimmer aus verschiedenen Nachbarkreisen angereist. Die Stadt werde alles in ihren Kräften Stehende tun, um diese Einrichtung am Leben zu erhalten, sei dabei aber nach wie vor auf die Unterstützung der ehrenamtlichen Mistreiter angewiesen. Auch am späten Abend gab es noch keinen einzigen freien Parkplatz vor dem Eingang. Je später es wurde, desto heißer war die Schlacht, die am Cocktailstand zu schlagen war. Und auch das Bückeburger Friseurteam "Kamm und Schere" war unermüdlich im Einsatz, flotte Frisuren zu kreieren. Dass auch Jens-Oliver Adam alle Hände voll zu tun hatte, um strapazierte Muskeln zu lockern, war ebenfalls zu loben. Beide Unternehmen stellten den erzielten Erlös dem Förderverein des Obernkirchener Bades zur Verfügung. "Jetzt habe ich 36 Stunden nicht geschlafen und muss endlich zur Ruhe kommen", stellte Christine Nähring nach dem Abbau aller Zelte rund um das Bad fest. Aber sie tat das mit großer Zufriedenheit, denn selbst die beiden großen Viertelfinalspiele der WM hatten keinen entscheidenden Einbruch bei den Akteuren verursacht. Im nächsten Jahr kann vielleicht sogar ein neuer Rekord angepeilt werden,denn dann gibt es keine Konkurrenz aus dem Fußballlager.

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Physiotherapeut Jens-Oliver Adam macht das Ratsmitglied Thomas Stübke fit für den nächsten Einsatz.



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