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Walter Schlame erinnert sich an Kindertage - und gibt dazu ein Buch heraus

Damals, als es in Rinteln noch Ziegen gab und Weinbrandbohnen im Vertiko

Rinteln (ur). In Rinteln 1936 geboren, dort aufgewachsen und zur Schule gegangen. Lehramts-Studium in Berlin, Nancy und Kiel, bevor er dannüber Plön und Hildesheim im Jahre 1972 wieder nach Rinteln kam und bis zur Pensionierung am Gymnasium Ernestinum Französisch und Geschichte unterrichtete: Mit diesen Stationen seines Lebenslaufs kann sich Walter Schlame getrost als gestandener Rintelner betrachten.

veröffentlicht am 22.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

Wie für viele aktive Menschen erlebt auch er den Ruhestand als Unruhestand - und nachdem er Bekanntschaft mit dem Werk des US-Schriftstellers Tom Clancy gemacht hat, war er so fasziniert von Schreibtechnik, Stil und Ideenwelt dieses Autors, dass er sich ein ganz hohes Ziel steckte: "Die europäische Antwort auf Tom Clancy zu geben." Seitdem setzt er sich nahezu täglich für viele Stunden an den Computer, um an seinem auf vier Teile angelegten Roman-Epos "Die Saat der Drachenzähne" zu arbeiten - und hat darüber inzwischen schon den ersten Band mit 420 Seiten und einen zweiten mit 350 Seiten abgeschlossen. In diesem Werk geht es um Fragen einer menschlichen Stadtplanung, um europäische Identität und Bildung - und natürlich fließen auch seine Erfahrungen aus Pädagogik und Schulwesen in diese Arbeit ein. Um bereits vor einer späteren Veröffentlichung ein Gespür für die Wirkung seines Epos auf mögliche Leser zu haben, trägt er den Fortgang seines literarischen Wirkens gelegentlich in einer größeren Runde seines Bekanntenkreises vor - und stößt dabei regelmäßig auf höchst ermutigende Resonanz. Zwischen der Arbeit an diesem "Opus magnum" aber hat Schlame auch noch Zeit gefunden, Geschichten aus seiner Kindheit und Jugendzeit in Rinteln aufzuschreiben - und was ursprünglich nur als persönliches Geschenk an seine Enkelkinder gedacht war, hat eher zufällige Mitleser und Hörer derart begeistert, dass ganz schnell der Vorschlag kam, diese autobiographisch geprägten Geschichten einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Im Rintelner Merkur-Verlag fand der Autor dann einen aufgeschlossenen Partner für diese Publikation, die jetzt unter dem Titel "Eigentlich sollte ich Gerhard heißen" erschienen ist und ab sofort in der Buchhandlung Droste und bei Bürotechnik Lohse zum Preis von 9,95 Euro erworben werden kann. Natürlich reflektieren die 16 Episoden auf rund 140 Seiten den Geist der 30-er, 40-er und 50-er Jahre - und dabei gelingt es Schlame durchaus, diese Zeit auch für jüngere Leser verständlich zu machen. Zugleich wecken manche Beiläufigkeiten in älteren Lesern ganz sicher eine Fülle von Erinnerungen: Da ist die Tante mit den Katzenzungen und Weinbrandbohnen im Vertiko, die auf dem Küchenherd dampfende Rindsbouillon und der populärmedizinische Wälzer "Der Arzt im Haus", aus dem so mancher Jugendliche sein Wissen um die kleinen und großen Unterschiede bezog. Lebendig werden auch Themen wie Nutzviehhaltung in der Stadt, dörfliche Feste, Abenteuerspiele, Muckefuck und die aufregende Welt des Kleinstadtbahnhofs. Ein Lesebuch, das man jedem ans Herz legen möchte, der für unseren Lebensraum den Blick zurück wagen will, ohne dabei nur in Nostalgie zu zerfließen.




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