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Polizeidirektorin Wichmann referiert

„Das Böse“ muss bestraft werden

Bückeburg (wk). Eine unerwartet geringe Resonanz hat die jüngste Auflage des Gesprächskreises „Nachgefragt“ verzeichnet: Gerade mal eine handvoll Besucher nahmen am Mittwoch an der Veranstaltung im Museum Bückeburg teil, zu der die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) in Kooperation mit dem Kulturverein Bückeburg und eben dem Museum selbst eingeladen hatte.

veröffentlicht am 22.05.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 15:21 Uhr

Erklären konnten sich die Organisatoren das mangelnde Interesse jedoch nicht, zumal das Thema „Was reizt mich an der Polizei?“ und die referierende Polizeidirektorin Ursula Wichmann durchaus zu den bisherigen, gut besuchten Vortragsabenden passten. Den grundsätzlichen Erfolg der Veranstaltungsreihe nahm Klaus Suchland, der Vorsitzende der GfW-Sektion Minden, indes zum Anlass, die Fortsetzung dieses kulturellen Angebotes anzukündigen: Nach den Sommerferien soll es zunächst für ein paar Monate weitere monatliche Gesprächskreise geben. Augenzwinkernd fügte er hinzu, dass er noch sehr viel mehr interessante Referenten im Kopf habe, die allerdings derzeit noch nichts von ihrem Glück wissen würden.

Zum Verlauf der aktuellen Ausgabe: Als damaligen Beweggrund, eine Laufbahn bei der Polizei einzuschlagen, nannte Wichmann die sich ihr 1974 in Nordrhein-Westfalen gebotene Chance, im Kriminaldienst anzufangen. „Das war schon eine Herausforderung“, berichtete die 54-Jährige, die heute Chefin der rund 530 Polizeibeamte zählenden Polizei des Landkreises Paderborn ist. So sei es etwa sehr spannend gewesen, wenn sie im jungen Alter von etwa 20 Jahren mit den unterschiedlichsten Straftaten konfrontiert wurde. Eine gewisse Faszination würden Verbrechen ja auf viele Menschen ausüben, räumte die Referentin ein, und verwies dabei exemplarisch auf das rege Interesse der Fernsehzuschauer an Krimiserien. Und wie die Fernsehkonsumenten erwarten würden, dass am Ende „das Böse“ bestraft wird, sei es auch für sie als Polizeibeamtin ein gutes Gefühl, wenn sie einen Straftäter überführen konnte.

Im Laufe ihrer Karriere wechselte Wichmann nach eigenen Angaben über eine Tätigkeit im Bereich der Terrorismusbekämpfung zu einer Spezialeinheit, die für das Observieren von Straftätern zuständig war. In dieser Funktion habe sie unter anderem auch mit dem damals durch alle Medien gegangenen Geiseldrama von Gladbeck zu tun gehabt. Es habe Zeiten gegeben, da wollte sie keinen Urlaub nehmen, aus Angst, etwas zu verpassen, verdeutlichte die 54-Jährige ihre Begeisterung für den Job. Nach der Spezialeinheit folgte der Schritt ins Management der Polizei: Der Unterschied zur freien Wirtschaft sei, dass man in dieser Funktion als Polizist immer auch „fachlich drauf sein“ müsse, erklärte die Polizeidirektorin. Dadurch bleibe der Beruf weiterhin interessant und abwechslungsreich. Während ihres Vortrages gab Wichmann den Teilnehmern des Gesprächskreises auch Einblicke in die Aufgaben und Strukturen der Polizei.




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