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Angehörige psychisch Erkrankter

Das eigene Leben nicht vergessen

BÜCKEBURG. An Angehörige psychisch erkrankter Menschen richtet sich ein Angebot, das die Selbsthilfe-Kontaktstelle des Kreisverbandes Schaumburg des Paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachsen in Bückeburg initiieren möchte. „Viele Angehörige von psychisch erkrankten Menschen – Eltern, Geschwister, aber auch Freunde – sind irgendwann selbst Betroffene“, geben Kontaktstellenleiterin Claudia Walderbach und Initiatorin Maria Steijn zu verstehen.

veröffentlicht am 30.07.2018 um 12:06 Uhr
aktualisiert am 30.07.2018 um 22:20 Uhr

Claudia Walderbach (links) und Maria Steijn planen die Gründung einer Selbsthilfegruppe für Angehörige psychisch erkrankter Menschen. Foto: bus
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Autor

Herbert Busch Reporter
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„Diese vergessen mitunter, ihr eigenes Leben zu führen“, erläutert Walderbach. Irgendwann drehe sich alles um den oder die Betroffene. Die Gruppe könne dabei helfen, Kraft zu tanken und in Balance zu kommen. „Und sich im Umgang mit dem seelisch erkrankten Angehörigen nicht allein zu fühlen und gemeinsam herauszufinden, wie man mit der Situation umgeht“, ergänzt Steijn. Gegenseitige Unterstützung könne viel bewirken.

Wichtig sei dabei, dass die Gruppe einen Ort gestaltet, an dem Schweigepflicht großgeschrieben wird und ein vertrauensvoller Umgang möglich ist. „Denn nur so kann man sich öffnen, auch familiäre Tabus ansprechen und von Details erzählen“, erklärt das Duo.

Die Initiatorin kann sich unter anderem eine Antwort auf die Frage vorstellen, wie man den Balanceakt schafft, sein erkranktes Kind „weder in Watte zu packen noch sich selbst zu überfordern“. Während der vierzehntägig in den Abendstunden organisierten Treffen soll ein Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe erfolgen, bei dem man sich beispielsweise Wissen über weiterführende Internetseiten oder Fachbücher zu medizinisch-therapeutischen Hilfeangeboten und Medikation aneignen kann.

Steijn hat einen Mangel an geeigneten Therapeuten ausgemacht, Fachkliniken seien häufig überfüllt und dort würden Angehörige zumeist nicht in die Behandlung eingebunden. Zudem hat sie den Eindruck gewonnen, dass in Kliniken viel mit Tabletten gearbeitet werde und dass dort viel Leerlauf herrsche.

Überdies betont die Initiatorin, dass etwa Depression jeden treffen könne. Obwohl sie eine häufig auftretende Erkrankung sei, werde sie in der Öffentlichkeit wenig wahrgenommen und oft missverstanden. Depression sei eine Erkrankung mit vielfältigen Ursachen und kein Ausdruck persönlichen Versagens.

Infos: Weitere Auskünfte erteilt die Selbsthilfe-Kontaktstelle des Paritätischen Schaumburg mittwochs von 14 bis 17, freitags von 9 bis 14 Uhr und nach Vereinbarung unter der Rufnummer (0 57 22) 95 22 20 oder per E-Mail unter der Adresse claudia.walderbach@paritaetischer.de. Bitte beachten: Die Selbsthilfe-Kontaktstelle ist aus organisatorischen Gründen noch bis zum 5. August geschlossen.




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