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Training für das Gedächtnis bei einem Tag der offenen Tür in der Lauenauer Sozialstation

„Das ist nicht nur etwas für Vergessliche“

Lauenau (nah). Die ganze Vielfalt ihres Dienstleistungsangebots hat die vom DRK geleitete Sozialstation der Samtgemeinde Rodenberg bei einem Tag der offenen Tür präsentiert. Zugleich konnte sich die neue Leiterin Barbara Schweer vorstellen. Seit Anfang Juli ist sie Nachfolgerin von Ruth Wambach.

veröffentlicht am 25.08.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 03:41 Uhr

Nicht nur Information und Beratung gibt es beim Tag der offenen

Neugierig schauen sich Anina und ihre Freundin Svenja in den Büro- und Versammlungsräumen der Sozialstation um. Die beiden 13-Jährigen sind natürlich noch lange keine Patientinnen der Pflegeeinrichtung. Aber weil Aninas Mutter Birgit Dolle dort arbeitet, wollten sie die Gelegenheit nutzen.

Mit ihnen kamen auch etliche andere Interessierte: Menschen, die schon lange von den hiesigen Pflegekräften betreut werden; Angehörige, die das große Speisen- und Getränkeangebot nutzen wollten; und auch mögliche neue „Kunden“, die der häuslichen Pflege bedürfen oder etwas über die hiesigen Gruppenangebote wissen und sich informieren wollten.

Sie konnten an kleinen „Schnupperrunden“ der Seniorengymnastik oder des Gedächtnistrainings teilnehmen. „Das ist nicht nur etwas für Vergessliche“, betont Schweer: „Wir haben auch Schwierigkeitsgrade für Höherbegabte.“

Besonders stolz ist die Leiterin auf die Betreuung Demenzkranker. Einmal in der Woche können Angehörige diese sicher versorgt fühlen: Es wird gemeinsam gefrühstückt, gespielt, gebastelt oder erzählt. Speziell ausgebildete Kräfte stehen für die regelmäßig etwa fünf Teilnehmer zur Verfügung: „Die Nachfrage wächst aber nur langsam“, weiß Schweer, obwohl die Zahl der Kranken ständig steige. „Doch die Angehörigen wollen sich meist nicht von ihnen trennen.“ Dabei sei es oft nur Scham oder zu große Scheu: „Wir sind umfassend ausgebildet.“

Schweer durfte sich an diesem Tag viel Lob aus berufenem Mund anhören: Der Geschäftsführer für den Pflegebereich im DRK-Kreisverband Region Hannover, Mario Damitz, sieht die hiesige Station von der Größe her zwar „nur“ im Mittelfeld; aber gerade bei der Betreuung von Demenzkranken sei sie „führend“ und beispielhaft.

Damitz bewunderte auch das „hohe Maß an Kreativität“ und meinte damit die Organisation eines solchen Tages samt Messstationen für Blutdruck, Blutzucker und Lungenvolumen, für das kaum überschaubare Kuchenangebot und schließlich für die Spielstationen, an denen junge Besucher Freude haben konnten. Anina und Svenja konnten zwar nur milde über Kinderschminken und Indianer-Tipi lächeln. Kleine Gäste aber ließen bunte Farbtupfer auf Wangen und Stirn zu, freuten sich über den Spieleparcours des Rodenberger Jugendrotkreuz und kauerten sich in das große Zelt von „Schwarzer Bär“, der im bürgerlichen Leben Lothar Rainer heißt. Der Nenndorfer pflegt und erläutert Indianertraditionen und fand dabei aufmerksame Zuhörer.

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