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Bürovorsteherin Karin Schneiders feiert seltenes Jubiläum bei Schraepler und Partner

Das ist Treue: 50 Jahre in einer Kanzlei

Bückeburg (ly). Es ist 50 Jahre her, aber an ihren ersten Arbeitstag in der heutigen Anwaltskanzlei Schraepler und Partner kann sich Bürovorsteherin Karin Schneiders (64) noch recht gut erinnern. „Ich wurde zum Gericht geschickt, um einen Aktenhobel zu holen“, erzählt sie. Aktenhobel? Den gibt’s natürlich nicht. Im Gericht, dessen Bedienstete bei dem Streich mitspielten, händigte man der 14-Jährigen ein ziemlich schweres Paket mit Steinen aus. Nach ihrer Rückkehr in die Kanzlei sah Karin Schneiders nur fröhliche Gesichter. „Heutzutage wird so etwas mit Auszubildenden natürlich nicht mehr gemacht“, sagt die Bürovorsteherin.

veröffentlicht am 08.04.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 01:41 Uhr

50 Jahre beim selben Arbeitgeber – ein seltenes Jubiläum. „Es war eine schöne Zeit“, zieht Karin Schneiders Bilanz. „Sonst wäre ich nicht so lange geblieben.“ Dass es 50 Jahre geworden sind, hängt auch damit zusammen, dass die berufstätige Mutter ihre Arbeitszeit weitgehend frei einteilen konnte. Gedanken an den 30. November, ihren letzten Arbeitstag an der Bahnhofstraße, schiebt die Bückeburgerin noch von sich. „Ich würde gerne bleiben“, gesteht sie. „Dies ist meine Kanzlei, ein großer Teil meines Lebens. Hier bin ich zuhause.“

In jenem halben Jahrhundert hat Karin Schneiders sich einen Ruf erworben. „Treue, Genauigkeit, Beharrlichkeit sowie Verständnis für Menschen und deren Probleme“, fasst Senior-Sozius Heinrich Schraepler (76) die wichtigsten Eigenschaften seiner rechten Hand zusammen. Mehr noch: Seit 1991 ist die Bückeburgerin als Arbeitnehmerin Mitglied des Prüfungsausschusses. Selbst hat sie etwa 100 Azubis begleitet und ausgebildet. Vor zehn Jahren bekam Karin Schneiders die Verdienstmedaille der Rechtsanwaltskammer Celle, durch deren Verleihung eine verdienstvolle Tätigkeit in Praxis und Prüfungsausschuss gewürdigt wurde.

Ihre berufliche Laufbahn begonnen hat Karin Schneiders am 1. April 1959 als Auszubildende zur Rechtsanwaltsgehilfin, damals noch in der Kanzlei Dr. Richard Pilz, in die Heinrich Schraepler 1963 als Sozius eintrat. Stellvertretende Bürovorsteherin wurde sie 1979, Bürovorsteherin Anfang der 1990er-Jahre. Karin Schneiders hat noch Stenografie gelernt, Diktiergeräte kamen erst später, ebenso die EDV.

Als Rentnerin ist viel Sport angesagt. Drei Berge hat die Bürovorsteherin bereits bestiegen, darunter die fast 3000 Meter hohe Serles-Spitze in den Stubaier Alpen (Österreich). „Bergsteigen ist eine Leidenschaft von mir“, bekennt sie.

Apropos Bergsteigen: Sehr genau kann sich Karin Schneiders noch an einen Betriebsausflug nach Hamburg erinnern. Kaffee wurde im Fernsehturm getrunken, mit 280 Metern das höchste Gebäude. Was man dazu wissen muss: Die Gastronomieplattform auf 132 Metern Höhe dreht sich um die eigene Achse. „Als ich von der Toilette kam, war das Café verschwunden“, erzählt Karin Schneiders. Alle haben herzlich gelacht. Auch dies ein Grund, weshalb die Bürovorsteherin ihrer Kanzlei 50 Jahre lang die Treue gehalten hat: das gute Betriebsklima.




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