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Kinderschutzbund bildet ehrenamtliche Mitarbeiter für das Kinder- und Jugendtelefon aus

"Das Telefon klingelt bei uns unaufhörlich"

Rodenberg (bab). Der Kinderschutzbund hat in Rodenberg für die ehrenamtliche Arbeit am Kinder- und Jugendtelefon geworben. Ab Anfang Februar will die Organisation ein Team von Telefonberatern ausbilden, das auf Probleme und Sorgen der jungen Anrufer adäquat eingehen kann. Das Interesse an dem Informationsabend des Kinderschutzbundes war mäßig, die Einblicke der Mitarbeiter in ihre Arbeit aber umso interessanter. Drei Interessenten hatten sich im "Backhaus Aktiv" an der Langen Straße eingefunden, um den Erfahrungen der Telefonberater zuzuhören und Fragen zu stellen.

veröffentlicht am 06.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

"Sie brauchen nicht zu befürchten, sich zu langweilen", sagte Margot Neill vom Kinderschutzbund, "das Telefon klingelt unaufhörlich". Die Sorgen der meisten Jugendlichen rankten sich glücklicherweise um Liebeskummer. Jedoch gebe es auch viele problematische Fälle, für die eine vorherige Ausbildung unerlässlich sei. Diese Schulung ist der Beratung vorgeschaltet. 80 Stunden dauert die Ausbildung, die von der Bundesarbeitsgemeinschaft "Nummer gegen Kummer" vorgeschrieben ist. Wie die Vorsitzende des Kinderschutzbundes Schaumburg, Georgia Hasse, mitteilt, werden diese Stunden für die auszubildende Gruppe freitags und sonnabends nach Absprache gemeinsam geleistet, es sei eine qualifizierte Ausbildung. Rollenspiele gehörten ebenso dazu, wie formale Einweisungen in die Arbeit. Da eine solche Schulung ihren Preis habe und der Kinderschutzbund finanziell auf Spenden angewiesen sei, werde die Teilnahme durch eine Kaution abgesichert. 150 Euro zahlen die Teilnehmer. Nach zwei Jahren werde der Betrag zurückerstattet. Telefondienste sind montags bis freitags von 15 bis 19 Uhr. Die ehrenamtlichen Kollegen haben im Schnitt sechs Stunden Dienst innerhalb von zwei Monaten. Das Telefon steht an einem relativ zentralen Ort in Schaumburg. Damit eine neue Gruppe von Beratern ausgebildet werden könne, seien 15 Teilnehmer nötig, so Hasse, die zusammen mit Neill versuchte, den Interessenten die Scheu vor der Aufgabe zu nehmen. "Wir haben Grenzen und nur unseren gesunden Menschenverstand", verdeutlichte die Vorsitzende die Position der Berater. Auch wenn Jugendliche vor argen Problemen ständen, seien die Telefonberater keine Fachleute. Hasse machte klar, dass extreme Reaktion der Anrufer auf die vorhandenen Probleme nicht von den Mitarbeitern des Kinder- und Jugendtelefons verantwortet werden. Als Beispiel nannte sie die Anrufe von Suizid gefährdeten Anrufern, die glücklicherweise höchst selten vorkommen. Die Kunst liege darin den Jugendlichen, "zuzuhören und nicht zu werten". Kontakt: Wer sich für diese Art des ehrenamtlichen Engagements geeignet fühlt, kann am Montag, 22. Januar, um 19 Uhr im "Bückeburger Hof", Ecke Steinberger Straße / Rintelner Straße, an einer weiteren Info-Veranstaltung teilnehmen. Ein weiterer Termin ist am Donnerstag, 25. Januar, um 19 Uhr in den Räumen des Kinderschutzbundes, Niedernstraße 40, in Stadthagen. Telefonisch kann sich bei Anke Conrad, (05722) 8 44 70, für die Ausbildung angemeldet werden.




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