weather-image
13°
×

Zehn Jahre Improvisationstheater „Spek Spek“

„Das war wie nackt auf der Bühne stehen“

Kleinenbremen. Wie doch die Zeit vergeht: Zehn Jahre ist es nun schon her, dass sich Holger Pape und Volker Homeier gemeinsam mit einem weiteren Schauspiel-Freund ihren Traum vom eigenen Improvisationstheater erfüllt und in Kleinenbremen das „Spek Spek“ aus der Taufe gehoben haben. Als Location für die Premierenvorstellung diente die große Fachwerkdiele des von Pape und seiner Familie in Kleinenbremen bewohnten Wohnhauses, wo auch heute noch mehrmals im Jahr Auftritte des – teilweise neu zusammengesetzten, aktuell achtköpfigen – Ensembles über die Bühne gehen.

veröffentlicht am 31.10.2014 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 03:21 Uhr

Autor:

„Rappelvoll“, sei es beim ersten Mal gewesen, weil auch viele Verwandte und Freunde gekommen waren, um zu sehen, was denn da unter dem Slogan „spektakulär, spektakulär“ abgehen sollte, verrät Pape, der im Hauptberuf als gelernter Erzieher eine Jugendwohngruppe leitet. „Das alles war ja noch neu.“ Nach diesem beachtlichen Anfangserfolg sei die Euphorie allerdings recht schnell dadurch abgekühlt, dass den nachfolgenden Veranstaltungen statt der zunächst rund 80 Zuschauer (für mehr ist kein Platz) nur noch 20 bis 30 Gäste beiwohnten. Aufgeben kam indes nicht infrage. Allein schon deshalb, weil das Ganze trotzdem „immer lustig“ war. Vielmehr habe man einfach ein paar Tische in die Diele gestellt, damit es nicht ganz so leer aussah.

Gleichwohl: „Die ersten ein, zwei Jahre waren schon anstrengend“, räumt Pape ein. Und zum ersten Mal ohne einstudierte Dialoge vor Publikum aufzutreten und alles zu improvisieren, Hauptsache witzig, habe sich angefühlt, als würde man „nackt auf der Bühne“ stehen.

„Das war der ultimative Kick und eine Riesenherausforderung für uns als Schauspieler. Aber weil es jedes Mal so umwerfend war und ist, haben wir auch nicht gleich in die Seife gehauen“, erzählt Pape.

Heute, zehn Jahre später, habe man sich insofern an die Situation gewöhnt, dass man zumindest gedanklich „manchmal ein Handtuch“ um habe, ergänzt Homeier. Soll heißen: Die Aufregung ist nach wie vor da, aber aus Erfahrung wissen die Bühnenprofis, dass sie die Show meistern werden. Hinzu kommt, dass sie alle als Improvisationskünstler gereift sind und in Kleinenbremen seit nunmehr drei Jahren stets vor ausverkauftem Saal spielen, was das Selbstvertrauen zusätzlich stärkt. Zudem stehen außer den einmal im Monat in der Fachwerkdiele ausgerichteten Veranstaltungen (Oktober bis Mai) pro Jahr auch noch jede Menge externe Auftritte auf dem Programm.

An einen dieser Außerhaus-Termine kann sich Pape übrigens noch besonders gut erinnern: „Der peinlichste Moment, den ich mit ,Spek Spek‘ erlebt habe, war für mich der Auftritt in einem Heim für Alkoholiker, ohne dass wir wussten, dass es sich um ein Alkoholiker-Heim handelte“, berichtet der 42-jährige. Denn dort habe man nicht nur Witze zum Thema Alkohol gerissen, sondern dem Publikum im Verlauf der Show sogar alkoholische Getränke angeboten. „Aber dieser Prüfung haben die Leute tapfer standgehalten – glücklicherweise“, versichert der Kleinenbremener. Nicht ohne noch zu betonen, dass er seitdem immer ganz genau recherchiert, wo sie als Nächstes auftreten.

„Jeder Impro-Schauspieler hat schon mal einen peinlichen Auftritt erlebt“, ergänzt Homeier. Er selbst durfte diese Erfahrung machen, als er auf der Bühne spontan etwas reimen sollte. Eine Disziplin, die dem 44-Jährigen nach eigenem Eingeständnis überhaupt nicht liegt. Vermutlich seien es nur zwei bis drei Minuten gewesen, in denen er vergeblich versucht habe, irgendeinen kurzen Reim zu dichten, vorgekommen sei ihm diese Zeitspanne indes wie eine halbe Stunde, verrät er.

„Aber man wächst ja mit seinen Aufgaben“, führt Homeier weiter aus. Und nach diesem Erlebnis habe er sicherheitshalber ein paar einfache Reime als eine Art „Notprogramm“ auswendig gelernt, um für solche Situationen zukünftig gewappnet zu sein.

Die nächste Gelegenheit, diese und andere Fähigkeiten unter Beweis zu stellen hat die „Spek Spek“-Truppe am Freitag, 31. Oktober. Dann nämlich steht die große „Jubiläums-Impro-Show“ an, wobei diese aufgrund der starken Nachfrage in der örtlichen Gaststätte „Zur schönen Aussicht“ an derRintelner Straße über die Bühne gehen wird: „Da sind aber schon lange alle 220 Plätze weg“, sagt Maja Pape, die für das Marketing des Kleinenbremener Improvisationstheaters zuständig ist, dem außer Ehemann Holger Pape und Volker Homeier derzeit auch Birte Meyer, Regina Diedrichs-Winkler, Stephanie Heuer, Rainer Sommer, Jonte Volkmann und Marius Lankes angehören.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige