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Schulzentrum "Am Ochsenbruch" gestaltet Adventsgottesdienst / Wiederholungen am Freitag

Dem Geheimnis der Weihnachtszeit auf der Spur

An diesem Stand in der Stiftskirche wird gezeigt, woüberall Weihrauch und Myrrhe eingesetzt werden. Fotos: sig Obernkirchen (sig). Dass Schulkinder in der ehrwürdigen Stiftskirche einen Adventsgottesdienst ausgestalten dürfen, ist ein Novum, wurde aber zum absolut gelungenen Experiment. Die beiden heimischen Seelsorger Herbert Schwiegk und Wilhelm Meinberg wussten, auf was sie sich da einlassen. Beide nehmen an den Fachkonferenzen der Religionslehrer des Obernkirchener Schulzentrums teil und kennen die Vorbereitungen, die für dieses Vorhaben getroffen wurden.

veröffentlicht am 20.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:15 Uhr

Der Auftakt war für alle interessierten Gottesdienstbesucher gedacht. Die Fortsetzung für die Mitschüler gibt es am kommenden Freitag, 22. Dezember, um 8.35 und 10.35 Uhr an gleicher Stelle. "Es ist bei uns gute Tradition, dass wir einen Tag vor dem Beginn der Weihnachtsferien eine ähnliche Veranstaltung in derSchule ausrichten", erklärte Rektor Wolfgang Fließ. Und von seinem Stellvertreter Hartmut Drygala erfährt man, dass der Unterricht im Fachbereich "Religion", wozu auch "Werte und Normen" gehören, nach wie vor einen hohen Stellenwert im Angebot hat. Jede Woche gibt es eine Doppelstunde. Um das Zusammenspiel aller Kräfte kümmerte sich beim experimentellen ersten Adventsgottesdienst in der Stiftskirche Petra Kreter, Leiterin des Fachbereichs Religion. Ihr zur Seite standen Angelika Staaks mit ihrem Schulchor und Hannelore Piel mit der Theater-AG, die ein etwas anderes Krippenspiel mit Bezügen zur Gegenwart in der Sakristei darbot. In der Kirche gab es eine Reihe von Standorten, an denen sich die Schüler mit ihren Ideen zum Weihnachtsfest präsentierten. Zum Beispiel haben sie sich Gedanken darüber gemacht, auf welche Art und Weise die Schweden und die Engländer diesen Höhepunkt des Jahres begehen. So erfahren die Kirchenbesucher, dass der zweite Weihnachtstag auf der Insel als "Boxing Day" gefeiert wird. Da besucht man Verwandte und lässt es sich bei denen gut gehen. Den Bedürftigen und den Dienstboten gibt man Boxen, in denen sich Geschenke befinden. In Schweden gibt es Weihnachtswichtel. Sie bringen die Geschenke zum Fest. Dafür stellen die Menschen ihnen aus Dankbarkeit Milchbrei vor die Tür. Das älteste Weihnachtssymbol unserer nordischen Nachbarn ist der Weihnachtsbock. Diese Person in Bockgestalt wird meistens aus Stroh hergestellt. Eine Krippe mit Figuren versahen die Religionsschüler zusätzlich mit Lichtern und Engeln. Dazu wurde eine passende Geschichte ausgehängt. Im Jahre 1223 hat der heilige Franz von Assisi zum ersten Male die Weihnachtsszene mit lebendigen Personen nachgestellt und dazu gepredigt. Auf diese Weise sollte die damit verbundene Botschaft auch den Menschen nahe gebracht werden, die nicht lesen und schreiben können. An einem anderen Stand in der Stiftskirche wurden die Besucher darüber informiert, wofür neben Gold noch Weihrauch und Myrrhe verwendet werden - Gaben, die von den Heiligen Drei Königen dem Christkind als Geschenke überbracht worden sind. So erfuhr man, dass Myrrhe bei der Herstellung von Parfüms und Salben zum Einsatz kommt. Räucherstäbchen werden aus Weihrauch hergestellt. "Wie schmeckt Weihnachten?" lautete das Motto eines anderen Standes, an dem es Lebkuchen, Schokoringe und Vanillekipferl gab. Im Altarraum wurden verschiedene Schattenspielszenen dargestellt. Dort sah man Familien und ebenso den unbeachtet am Straßenrand vegetierenden Alkoholiker. Jugendliche tanzen den Weihnachts-Rap, und die Feuerwehr rückt zum Löschen aus, weil ein Christbaum brennt. In der Taufkapelle gab es ein Wortspiel mit der Erkenntnis, dass Jesus das Licht der Welt ist. Alles waren die Ideen von Schülern, die hier zu dieser besonderen Form des Gottesdienstes zusammenflossen. "Schön, dass ihr euch auf dieses Experiment eingelassen habt; vielleicht seid ihr so dem Geheimnis der Weihnacht etwas näher gekommen", lautete das Schlusswort von Pastor Herbert Schwiegk, der mit Andacht, Fürbitte und Segen diesen beeindruckenden Gottesdienst begleitete.

In der Sakristei gibt es das besondere Krippenspiel.



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