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Arbeitskreis feiert fünfjähriges Bestehen / 2100 Bürger unterschrieben für Geßnersches Haus

Denkmalschutz eineöffentliche Stimme geben

Rinteln. Wenn der Arbeitskreis Denkmalschutz heute in gemütlicher Runde bei einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant "Weite Welt" seinen fünften Geburtstag begeht, dann wollen seine Mitglieder auch Bilanz ziehen. Der dank einer Initiative engagierter Bürgerinnen und Bürger der Stadt entstandene und vom Heimatbund der Grafschaft Schaumburg aus der Taufe gehobene Arbeitskreis ist längst zu einer Institution geworden.

veröffentlicht am 13.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

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Heimatfreunde und Heimatforscher, Denkmaleigentümer und Bauexperten, Handwerksmeister und Pädagogen, hatten sich die Initiatoren aus ganz unterschiedlichen Erfahrungsbereichen seinerzeit sehr schnell auf einen Katalog gemeinsamer Ziele und Aufgaben verständigt. Von ihrer Aktualität haben diese nicht das Geringste eingebüßt. Die wichtigsten dabei: Dem Denkmalschutz in Rinteln eine öffentliche Stimme geben. Nostalgie von rückwärts gerichteten Romantikern? Im Gegenteil. Die Gruppenmitglieder treibt die Überzeugung, dass für eine Stadt wie Rinteln die Bewahrung der historischen Bausubstanz wertvolles Zukunftskapital ist. Offensiv greift der Arbeitskreis des Heimatbundes deshalb immer wieder Probleme rund um den Denkmalschutz in Rinteln auf. Er beteiligt sich kritisch-konstruktiv an Planungen und Entscheidungen. Nicht zuletzt versteht er sich auch als Ansprechpartner für alle. Aus der Vielzahl seiner bisherigen Aktionen seien beispielhaft hervorgehoben : Geradezu symbolhafte Bedeutung mit Langzeitwirkung hat in den Augen der Denkmalschützer die nach ihrem elfmonatigen Dauereinsatz in letzter Minute doch noch geglückte Rettung des Geßnerschen Hauses vor der Abrissbirne. Innerhalb von nur drei Wochen hatten sich mehr als 2100 Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Unterschrift zur Rettung des "Schandflecks" am Kirchplatz bekannt. Lob aus berufenem Munde erntete der Arbeitskreis bei seiner Teilnahme am Kulturpreis Denkmalpflege des Landkreises 2003. "Besonders anerkennungswürdig", so das einhellige Urteil der Fachjury, seien das Engagement und die Initiativen des jungen Arbeitskreises. Auf der Haben-Seite verbucht der Arbeitskreis auch die von ihm initiierte und gemeinsam mit der Verwaltung erarbeitete Erhaltungssatzung Altstadt. Die vom Rat einmütig beschlossene Satzung sichert die Erfolge der kostenträchtigen Altstadtsanierung nach ihrem förmlichen Abschluss rechtlich auch für die Zukunft. Durchschnittlich fünf historische Gebäude verschwinden pro Jahr in einem schleichenden Prozeß von der Rintelner Bildfläche. Das belegt eine erarbeitete Karte mit 401 erfassten Altstadtgebäuden. Eine andere Dokumentation spießt auf 18 Seiten Bausünden in der Altstadt auf. "Man kann nur schützen, was man kennt". Unter diesem Motto wird mit einem Poster auf historische Gebäude und Anlagen entlang der Exter aufmerksam gemacht. Wer sich für den Denkmalschutz stark macht, bekommt auch Gegenwind. Die Mitglieder des Arbeitskreises kann das nicht anfechten. Sie setzen eine andere Erfahrung dagegen: Mit langem Atem und überzeugenden Argumenten zum Erfolg.




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