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Landmesse auf Schloss Bückeburg fällt dieses Jahr aus – aber 2017 könnte es weitergehen

Denkpause für „Ährensache“

Bückeburg. Spätestens seit dem Erscheinen des aktuellen Flyers mit den Veranstaltungen auf Schloss Bückeburg, auf der der entsprechende Eintrag fehlte, dürften es die meisten schon geahnt haben: Die Schaumburger Landmesse „Ährensache“ macht in diesem Jahr Pause. So schlecht sah unterm Strich nach der fünften Auflage im vergangenen Sommer die wirtschaftliche Bilanz der bei Besuchern wie auch Ausstellern so ungemein beliebten bäuerlich-ländlichen Großveranstaltung im Schlosspark aus, dass die Organisatoren keine andere Möglichkeit sahen, als die Reißleine zu ziehen.

veröffentlicht am 25.02.2016 um 14:01 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 04:22 Uhr

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Möglicherweise jedoch nicht für immer: Wie die Veranstalter Andreas Trzeschan und Hofkammer-Chef Christian Weber als Vertreter von Hausherr Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe jetzt mitteilten, werde an einem neuen Konzept gearbeitet, um die „Ährensache“ möglicherweise im Sommer 2017 wieder aufleben zu lassen.

Im August 2011 fiel der Startschuss zum großen ländlichen Treiben im fürstlichen Park. Mitveranstalter Andreas Trzeschan aus dem Extertal, als Mitarbeiter der Landpartie und des Weihnachtszaubers mit dem Schloss und dem Gelände bestens vertraut, war die Idee gekommen, im Rahmen einer Mischung aus Bauernmarkt, Tierschau und Landwirtschaftsmesse vor allem Kindern Themen wie Tierzucht oder die Herkunft von Lebensmitteln anschaulich vor Augen zu führen. 2011 stieß die „Ährensache“ damit zielsicher in die Lücke, welche das einige Jahre zuvor eingeschlafene Kürbisfest in der Bückeburger Innenstadt hinterlassen hatte.

Im Schlosspark präsentierten sich Traktorenhersteller, Viehzüchter, Gartenbauvereine und Markthändler neben Kleintierzuchtvereinen, Künstlern, Handwerkern und heimischen Museen. Esel, Kühe, Schafe, Galloway-Rinder, Alpakas und Locken-Gänse gab es da ebenso zu bestaunen wie historische Dreschmaschinen, antike VW-Schwimmwagen, frisch geschlüpfte Küken und fußballspielende Rassehühner. Und natürlich Emily, die berühmte rechnende Ziege von Tierschützer Max Kopp aus Nammen, die schon nach einem Jahr zu so etwas wie dem lebenden Aushängeschild der „Ährensache“ avancierte. Ganz bewusst als ländlich-rustikaler Gegenentwurf zur mondänen, weltläufigen Landpartie konzipiert und mit fast ausschließlich heimischen Ausstellern ganz stark regional verankert, wurde die Landmesse zu einem ungemein beliebten Ausflugsziel vor allem für Gäste aus dem Schaumburger Bereich und mit fünfstelligen Besucherzahlen.

Doch der wirtschaftliche Erfolg konnte mit der Popularität der Veranstaltung nicht Schritt halten. Das resultierte zum einen aus dem grundliegenden Konzept der „Ährensache“ als Veranstaltung für die ganze Familie mit entsprechend moderaten Eintrittspreisen. Zudem war es schlechterdings auch nicht möglich, vom Großteil der Aussteller ähnlich hohe Standgebühren einzunehmen wie von professionellen Anbietern hochwertiger Waren mit entsprechenden Umsätzen auf dem Weihnachtszauber oder der Landpartie. Zugleich waren aber der logistische Aufwand und damit die Kosten kaum geringer als bei den beiden großen Veranstaltungs-Geschwistern. Zum endgültigen Verhängnis wurden der Schaumburger Landmesse die mehrmals eingetretenen Starkregenfälle, die jedes Mal nach Ende der Veranstaltung enorme Reparatur- Wiederherstellungskosten im Schlosspark nach sich zogen. Arg in Mitleidenschaft gezogen wurde auch jedes Mal die Mausoleumswiese durch das darauf stattfindende Treckertreffen.

„Die Veranstaltung ist zwar außerordentlich beliebt, hat sich aber in dieser Form kaufmännisch einfach nicht gerechnet“, begründete Hofkammer-Chef Christian Weber jetzt das vorläufige Aus für die „Ährensache“. Endgültig zu Grabe getragen werden soll die Landmesse jedoch ausdrücklich nicht. So werde derzeit intensiv geprüft und gerechnet, ob und wie man dem bäuerlich-ländlichen Vergnügen unter freiem Himmel im nächsten Jahr zu einem Reboot verhelfen kann.

Keine leichte Aufgabe, die Schere zwischen den Einnahmen und den Ausgaben zu schließen: Denn auf der einen Seite Kosten zu senken und Einnahmen zu steigern, auf der anderen aber Publikum und Aussteller auch nicht zu überfordern, das erfordert bei der „Ährensache“ sozusagen die Quadratur des Kreises. „Wenn es kalkulatorisch klappt, dann kann es im Jahre 2017 mit einem veränderten Konzept weitergehen“, so Christian Weber, der zugleich betont: „Zurzeit ist noch alles offen, und deshalb müssen wir das auch so offen formulieren.“




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