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Vehler Mühle: Turbine stark beschädigt

Der Augenblick der Wahrheit für das Herzstück

Vehlen (sig). Der Verein "Vehler Mühle" hat sich bereits an vieles herangewagt, um das Gebäude und seine technische Ausstattung wieder instand zu setzen. Jetzt ist der Augenblick der Wahrheit gekommen, zumindest für das Herzstück der Mühle, die über 80 Jahre alte Wasserturbine. Wenn in der anhaltenden Sanierungsphase das Mahlwerk und die Elevatoren angeworfen worden sind, dann ging das nur mit Unterstützung eines elektrischen Hilfsmotors. Das soll bald anders werden.

veröffentlicht am 01.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:22 Uhr

Zumindest besteht die Hoffnung, dass der aus Gussstahl bestehende Antrieb vielleicht doch wieder zum Leben erweckt werden kann. Der erste Eindruck nach dem Beseitigen der vorderen Abdeckung verheißt jedoch keine leichte Arbeit. Im Laufe der Jahre hat sich der Rost tief eingefressen und dafür gesorgt, dass sich nichts mehr bewegt. Die Schäden seien größer, als sie vorher erwartet wurden, teilte das Team mit, das sich an das Auseinandernehmen der Turbine herangewagt hat. Etliche der Schaufeln, die das Wasser transportieren, und auch Verbindungselemente müssen erneuert werden. Sie sind nicht mehr zu gebrauchen. Nach dem Ablösen will man sehen, woher man Ersatzteile bekommt oder ob man sie bei einem Fachbetrieb in Auftrag geben kann. Zusätzlichen Schaden genommen hat die Turbine beim letzten größeren Aue-Hochwasser, als der Keller der Mühle bis zu einem Meter von den braunen Fluten überspült war. "Wenn die Turbine in den vergangenen Jahren regelmäßig bewegt worden wäre, dann wäre sie bestimmt nicht eingerostet", erklärte der Vorsitzende des Mühlenvereins, Winfried Brempel. Dass eine solche Reparatur schon einmal zu einem früheren Zeitpunkt notwendig gewesen wäre, daran kann er sich nicht erinnern. Zurzeit wird das Wasser im Mühlengraben nicht gestaut. Das geschieht erst dann wieder, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind. Zwischen 50 und 60 Liter Wasser benötigt die Turbine in der Sekunde, wenn sie ihre Aufgabe erfüllen soll. Und die heißt: eine große Welle in Gang setzen, über die mit Hilfe von Treibriemen die Walzenstühle und die für den Transport des Korns sowie des gemahlen Getreides zuständigen Elevatoren antreiben. Mit Hilfe dieser zentralen Kraftverteilung werden sämtliche Maschinen und Geräte in der Mühle bewegt. "Bevor wir die Turbine in Angriff genommen haben, mussten wir zunächst einmal den gesamten Schlamm entfernen, der sich vor dem Schütt des Turbinenschachtes abgelagert hatte; anschließend wurde das gesamte Schütt erneuert", berichtete der Vereinschef. Bei der Turbinenreparatur entscheidend behilflich ist eine Gebrauchsanleitung von der Firma, die einst auch diese Vehler Anlage gebaut und geliefert hatte. Höchst erfreulich: Sie liegt in kompletter Ausfertigung vor. Das Arbeitsteam will weitermachen. Mit warmen Mahlzeiten versorgt wurde es von Helene Busche. Schließlich sind ihr Ehemann Heinz sowie Sohn Thomas Stübke mit von der Partie. Außerdem Winfried Brempel, Mark-Julian Illgner und Friedel Everding, der währenddessen Holzteile für andere Sanierungsmaßnahmen in der Mühle zugeschnitten hat. Die Hoffnung stirbt zuletzt, und deshalb gegen die Akteure davon aus, dass man es noch in diesem Jahr schafft, auf den Einsatz des Hilfsmotors zu verzichten, damit bei künftigen Mühlenführungen die Turbine wieder angeworfen werfen kann.




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