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Wo kleine und große Züge rollen: Hunderte kommen zur Ausstellung ins Bürgerhaus

„Der Bahnhof war der Haster ganzer Stolz“

Haste (tes). Die diesjährige Ausstellung der Haster Runde zum Thema „Eisenbahn und Post“ hat mehr als 500 Besucher ins Haster Bürgerhaus gelockt. Die Vorarbeit habe sich gelohnt, bestätigte Heinrich Holstein: „Wir sind überwältigt von der Resonanz.“

veröffentlicht am 23.02.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 17:22 Uhr

Besonders erfreulich für die Organisatoren war die hohe Zahl der Gäste, die von außerhalb kamen. Einige, die einst in Haste gelebt haben, brachten sogar neue Informationen mit. „Wir haben wieder viel Neues erfahren“, betonte Holstein.

Das alles zu dokumentieren, bedürfe mindestens einer Woche Nacharbeit und nährte die Idee, künftig eine Broschüre aus der Ausstellung zu erstellen. In deren Zentrum stand die Geschichte des „Eisenbahndorfes“ Haste. Im Dezember 1835 wurde in Deutschland die erste Strecke zwischen Nürnberg und Fürth eingeweiht. 1846 rollten die Züge auch durch Haste. In der Folge stieg die Einwohnerzahl von anfangs etwa 200 rasant an. Die Bahn wurde zum größten Arbeitgeber. 140 Menschen waren hier beschäftigt, berichtete Holstein. „Der Bahnhof war der Haster ganzer Stolz.“

An der Bildergalerie herrschte zwei Tage lang viel Betrieb. So mancher lobte den Bahnhof in alter Pracht. Als es in dem heute denkmalgeschützten Gebäude noch Restaurants erster, zweiter und dritter Klasse gab statt zerbrochener Fensterscheiben wie heute. „Der Vorplatz war Treffpunkt für Jung und Alt“, erinnerte Holstein an Zeiten, als die Bürger im Wasserturm gebadet haben und am Bahnsteig noch ein Beamter die Fahrkarten ablochte. Andere erkannten auf den Bildern Klassenlehrer wieder oder bewunderten den Fahrplan von 1853. Überall wurde spekuliert, wie es mit dem Bahnhof weitergeht und welches Potenzial in dem Gebäude steckt.

Nicht nur für die jüngsten Besucher war die Modelleisenbahn die größte Attraktion, die der Modelleisenbahn-Club Barsinghausen auf 24 Meter Schienennetz aufgebaut hatte. Sogar eine Drehscheibe wie einst in Haste hatte der Verein mitgebracht. Kleine und große Fans der rasenden Lokomotiven waren fasziniert. „Ich habe zu Hause auch so eine“, rief Felix Noel Lippmann. Auch alte Telefone und historische Briefmarkenspender aus der Sammlung von Helmut Gümmer zogen die Blicke auf sich. Bahnpost und das Postamt gehören untrennbar zur Ortsgeschichte dazu.

Warum das Empfangsgebäude so repräsentativ gebaut wurde? 84 Teilnehmer begaben sich im Preisausschreiben auf die Suche nach Fakten zum Bahnhof und wurden mit Gewinnen belohnt. Die Organisatoren des Spiels, Sylvia und Karl Nelz, freuten sich besonders, dass so viele Kinder mitgemacht haben.

Dabei wäre die Ausstellung fast ausgefallen. Alles musste eine Woche vorverlegt werden, weil plötzlich eine Terminkollision mit der ETSV-Party drohte. Ab sofort gibt es feste Termine: Immer am zweiten Mittwoch im Februar heißt es Grünkohlessen, am Wochenende danach folgt die Ausstellung.




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