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Lukas Schukowski (22) ist Tänzer, Trainer und Veganer

Der Bewegungskünstler

LIEKWEGEN. Durch eine Streetdisco in Spanien kam Lukas Schukowski auf die Idee, selbst zu tanzen. Von Freunden und Bekannten belächelt, übte er die ersten Schritte selbst ein. 2014 begann er mit dem Training in einem Tanzstudio in Hannover. Inzwischen hat er es zum Profitänzer gebracht.

veröffentlicht am 11.10.2018 um 17:39 Uhr

Als Tänzer stand Lukas Schukowski schon auf diversen Bühnen, hier bei einem Battle in Bielefeld. Foto: pr.

Autor:

Kirsten Elschner
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LIEKWEGEN. Vor acht Jahren hat Lukas Schukowski eine Reise nach Spanien gemacht. In einer Streetdisco bildeten die Leute einen großen Kreis. Abwechselnd gingen die Tänzer in die Mitte und lieferten eine kleine Show ab, unter großem Jubel der Umstehenden. Von da an hatte der Liekweger den Wunsch: „Das will ich auch machen.“ Von Freunden und Bekannten zunächst belächelt, fing er an, sich das Tanzen mit Youtubefilmen selbst beizubringen. Er übte zu Hause, führte anderen seine ersten Breakdance- und Hip-Hop-Kunststücke vor – und wurde ausgelacht. 2014 begann er dann mit dem Training in einem Tanzstudio in Hannover. Heute lacht keiner mehr, wenn der 22-Jährige auf die Bühne geht.

Schukowski hat bereits bei Tanzshows in New York mitgewirkt, in Amsterdam als Tanztrainer gearbeitet und sich in Sachen Tanz und Bewegung immer weiterentwickelt. „Tanzen ist für mich eine Möglichkeit, zu zeigen, wer ich bin, was ich fühle, und was ich in meinem Leben möchte“, sagt der 22-Jährige, der derzeit wieder in Liekwegen wohnt. Es sei eine Gelegenheit, „nach vorne zu gehen“ und seine positive Lebenseinstellung mit anderen zu teilen. Auf einen Stil festgelegt ist der Tänzer nicht. Hip-Hop, Breakdance, Akrobatik: „Ich bezeichne mich eher als Bewegungsakrobat“, sagt Schukowski.

Bevor er anfing, mit dem Tanzen Geld zu verdienen, absolvierte der Liekweger sein Fachabitur in Ernährung und eine Ausbildung zum Fitnesskaufmann in einem Stadthäger Sportstudio. Der Umgang mit Menschen, der Sport, das alles gefiel ihm – aber die Büroarbeit lag ihm nicht.

Lukas Schukowski. Foto: pr.
  • Lukas Schukowski. Foto: pr.
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Neue Inspiration sammelte er in den USA. Mit einem Freund verbrachte Schukowski zwei Monate als Tänzer in New York, bekam neue Eindrücke, lernte viele Leute kennen, tanzte und tanzte und lernte, „über den eigenen Horizont hinauszublicken“. Wieder zurück in Schaumburg arbeitete er als Tanztrainer und konnte ganz gut davon leben.

Vor zwei Jahren kam dann ein Bruch, eine Verletzung am Knie, die ihn in seiner Tanzkarriere zurückwarf. Doch Schukowski schaffte es, den Rückschlag in etwas Positives umzuwandeln. „Ich habe mich in dieser Zeit intensiv und ganzheitlich mit dem Thema Körper beschäftigt.“ Er lernte neuen Formen der Bewegung kennen, setzte sich mit Ernährung und Gesundheit auseinander.

Durch den rücksichtslosen Fleischkonsum, den er in Amerika erlebt hatte, fand er zum Veganismus, ernährt sich heute frei von tierischen Produkten. Kein Fleisch, kein Käse, keine Milch. An einer Fern-Uni macht der Liekweger gerade eine Ausbildung zum veganen Ernährungsberater, arbeitet nebenbei im Bereich Social Media Marketing, tanzt in Minden und Hannover und leitet einen Kurs beim TuS Liekwegen. „Movement Mobility“ nennt sich das Angebot, das momentan vor allem Frauen besuchen. „Wir machen da vieles von Hip-Hop bis Kampfsport“, erklärt der 22-Jährige. Aber auch Übungen für Reaktion, Balance und Koordination gehören zum Kurs-Programm. Im Gegensatz zu vielen Fitnesskursen gehe es darum, „auch mal außerhalb der Box zu denken“ und nicht stumpf eine Choreografie nachzutanzen.




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