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Bilanz nach acht Jahren: Wiederansiedlungsprojekt der ÖSSM ist gelungen

Der „Froschkönig“ ist gerettet

Winzlar. Der Laubfrosch ist am Steinhuder Meer wieder heimisch geworden, nachdem er rund 30 Jahre verschwunden war. Ursache für die erfreuliche Nachricht ist ein gelungenes Wiederansiedlungsprojekt der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM), das 2005 gestartet wurde.

veröffentlicht am 30.05.2013 um 19:32 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 21:22 Uhr

„In den letzten Wochen riefen in den Naturschutzgebieten Meerbruch und Meerbruchswiesen westlich des Steinhuder Meeres gleichzeitig zeitweise mehr als 1800 der kleinen und in ganz Deutschland gefährdeten Frösche“, so Thomas Brandt, wissenschaftlicher Leiter der ÖSSM, der das Projekt initiierte und zusammen mit seinen Kollegen mehrfach im Jahr zur Laichzeit die Laubfrösche bei nächtlichen Kartierungen erfasst.

Der Sympathieträger Laubfrosch, der im Übrigen auch den Gebrüdern Grimm als Froschkönig Modell stand und den älteren Mitbürgern sicherlich noch als Wetterfrosch in Erinnerung ist, starb Ende der 1970er Jahre am Steinhuder Meer aus. Der Grund dafür war in erster Linie der Schwund von Laichgewässern. Zusammen mit unterschiedlichen Kooperationspartnern und Geldgebern wie dem Nabu, der Region Hannover und den Landkreisen Nienburg und Schaumburg, dem Land Niedersachen sowie der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung wurden in den vergangenen 15 Jahren in den Naturschutzgebieten zahlreiche Kleingewässer angelegt, die dem Laichplatzmangel abhelfen sollten.

2005 war es soweit, dass die ÖSSM die Landschaft erstmals als laubfroschtauglich bewerten konnte, und so wurden mit Genehmigung der Region Hannover die ersten 15 Laichballen aus einer noch stabilen Laubfroschpopulation östlich von Hannover entnommen und zum Stationsgebäude der ÖSSM in Winzlar am Steinhuder Meer gebracht. Die Kaulquappen schlüpften in Aquarien, wo sie mit großem Aufwand vorgezogen und schließlich in geeignete Gewässer ausgesetzt wurden. In den folgenden drei Jahren wurden weitere Kaulquappen in Freiheit gelassen.

In diesem Jahr ist es Matthias Herold von der Universität Oldenburg, der im Rahmen seiner Bachelorarbeit auf nächtliche Laubfroschsuche geht. Aktuell, acht Jahre nach Projektbeginn, hat sich die von der ÖSSM angesiedelte Laubfroschpopulation zu einer der größten in Niedersachen entwickelt. „Über 80 der angelegten Gewässer sind besiedelt“, so Brandt, „und damit kann man mit Sicherheit sagen, dass das Projekt und damit der Schutz der europaweit geschützten Lurchart gelungen ist.“ r, par




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