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Kreisrat Klaus Heimann im Gespräch

Der "Libero" für besondere Aufgaben

Landkreis (ssr). Als "Mann für besondere Aufgaben" ist Klaus Heimann vor acht Jahren in die Kreisverwaltung geholt worden. Diese Rolle spielt der 46-jährige Jurist auch nach seiner Beförderung zum Kreisrat weiter. In diese Funktion eines Wahlbeamten - und damit an die dritte Stelle der "Hierarchie" im Kreishaus - hat ihn der Kreistag vor einigen Tagen einstimmig befördert (wir berichteten). Der mit einer Lehrerin verheiratete Vater zweier Söhne (zehn und zwölf Jahre alt) leitet ein ämterreiches Dezernat inklusive Öffentlichkeitsarbeit, agiert aber daneben als Projektleiter und als "Jurist für besondere Fälle" in der Spitze der Kreisverwaltung gewissermaßen wie ein "Libero".

veröffentlicht am 28.07.2008 um 00:00 Uhr

Der im Osnabrücker Land geborene Heimann hatte seine Laufbahn bei der damaligen Bezirksregierung Hannover begonnen. Mit Überzeugung sei er zum Landkreis gekommen und durch die Erfahrungen in Schaumburg in seinen Erwartungen auf direkte Umsetzbarkeit eigenen Tuns bestätigt worden: "Man kann hier konkreter gestalten als auf der Landesebene, sieht viel schneller Resultate, und das macht mir Freude." Die Mischung aus Pressereferat und Juristerei in akuten Fällen gefällt Heimann gut: "Ich empfinde es als Glücksfall, schwerpunktmäßig diesen beiden speziellen Interessen nachgehen zu können." Als Pressesprecher sei er vorrangig bestrebt, "unsere vielfach komplexen Sachverhalte in verständlicher Sprache darzustellen." Ziel sei es, dadurch "mehr Bürgernähe und bessere Durchschaubarkeit des Verwaltungshandelns" zu erzeugen. In Sachen Juristerei wird Heimann mit besonders eiligen oder mit Priorität versehenen Rechtsfällen (Beispiel: Streit um den Doktorsee) betraut. Als Dezernent trägt Heimann Verantwortung für die Volkshochschule sowie die Ämter für Wirtschaftsförderung, Regionalplanung und ÖPNV, das Rechnungsprüfungsamt und die Kommunalaufsicht. Darüber hinaus fungiert er bei besonderen Projekten als "Stabsstelle", etwa bei der Vorbereitung der Schaumburger Regionalschau oder bei der kreisweiten Umsetzung von EU-Strukturprogrammen wie "Leader plus". Sein Aufgabenzuschnitt wäre ohne ein "enges Arbeitsverhältnis" zu Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier nicht denkbar, schildert der Kreisrat. "Die Chemie muss stimmen, jederzeit muss Zugang und gerade bei akut kniffligen Problemlagen das schnelle Finden von Sprachregelungen möglich sein." Dass dies in hohem Maße derFall ist, bestätigen viele Beobachter. Schöttelndreier bezeichnet Heimann intern gerne als "rechte Hand". Nach acht Jahren Arbeit in der Kreisverwaltung sowie als Parteiloser zum Kreisrat gewählt worden zu sein, vermittelt dem Beamten auf Zeit ein gutes Gefühl: "Parteipolitik hat keine Rolle gespielt - und die Abgeordneten im Kreistag haben gewusst, wen sie wählen." Dass in der Schaumburger Kreispolitik überwiegend der Konsens und nicht der Konflikt gesucht wird, "kommt meinem Naturell entgegen", sinniert Heimann: "Auch ich versuche, ausgleichend auf Interessen zu wirken." Dass bei einer derartigen Aufgabenfülle in der Freizeit, die von der Familie geprägt wird, persönliche Hobbys kurz kommen, erscheint nicht überraschend: Kicken und Angeln nennt Heimann aktuell - beides,weil er es mit seinen Söhnen tun kann.




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