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Eveser Krug: Stadt kündigt fristlos – Verkauf steht nicht zur Disposition

Der nächste Pächter gesucht

BÜCKEBURG. Die Stadt Bückeburg hat einfach kein Glück mit dem „Eveser Krug“. Sie hat dem letzten Pächter fristlos gekündigt, wie Bürgermeister Reiner Brombach auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte. Jetzt ist sie auf der Suche nach einem neuen Pächter, dem vierten innerhalb von zehn Jahren. Verkauft werden soll der auch als Dorfgemeinschaftshaus genutzte Eveser Krug nicht.

veröffentlicht am 12.07.2018 um 15:03 Uhr
aktualisiert am 12.07.2018 um 17:14 Uhr

Die Leuchtreklame der Taverne Eveser Krug ist bereits abgebaut. Die Stadt hat dem Pächter fristlos gekündigt und ist jetzt auf der Suche nach einem neuen Pächter – dem vierten innerhalb von zehn Jahren. Foto: rc
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Die Stadt Bückeburg hat einfach kein Glück mit dem „Eveser Krug“. Sie hat dem letzten Pächter fristlos gekündigt, wie Bürgermeister Reiner Brombach auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte. Zu den Gründen wollte er sich nicht äußern. Nur so viel: Unter bestimmten Bedingungen könnten Pachtverträge fristlos gekündigt werden, eine Bedingung habe vorgelegen. Der Pächter selbst hatte mit Zetteln an der „Taverne Eveser Krug“ und seinem zweiten Geschäft in Röcke auf krankheitsbedingte Gründe verwiesen.

Für die Stadt ist es der dritte Pächter innerhalb von zehn Jahren, der den Krug verlässt. Davor war der „Eveser Krug“ über Jahre langfristig verpachtet. Die Stadt hatte die Gastwirtschaft mit ihrem großen Saal vor Jahrzehnten gekauft. Maßgebliches Argument damals war, dass es in der ehemaligen Großgemeinde Evesen mit seinen Ortsteilen Petzen, Röcke Evesen, Berenbusch und Nordholz kein Dorfgemeinschaftshaus gibt.

Ein Argument, das der Bürgermeister heute anführte, als er bestätigte, dass die Stadt wieder einen Pächter für den „Eveser Krug“ suchen und die Gastwirtschaft ausschreiben werde. Ein Verkauf stehe derzeit nicht zur Disposition, auch wenn immer wieder neu beraten und entschieden werden müsse – so, wie in der Vergangenheit mehrfach erfolgt.

Zum Hintergrund: Der „Eveser Krug“ ist – wie alle gastronomischen Betriebe der Stadt – in den stadteigenen Wirtschaftsbetrieben eingestellt. Dort war im jüngsten Jahresabschluss für das Jahr 2017 festgestellt worden, dass zwar alle drei Gaststätten – neben dem Eveser Krug der Ratskeller und die Hofapotheke – derzeit verpachtet sind, eine Verbesserung der Ergebnisse durch Pachterhöhungen im Hinblick auf die Situation in der Gastronomiebranche nicht zu realisieren seien. Die Feststellung im Lagebericht des Geschäftsberichts: „Die Verpachtung ist stark defizitär“. Die aktuelle Anmerkung des Bürgermeisters zur Frage eines möglichen Verkaufs des Eveser Krugs: Die Stadt bezuschusse auch die Kultur oder aber die Bäder.

Die Stadt hat in den vergangenen Jahren erhebliche Mittel in den „Eveser Krug“ investiert. Saal, Gastwirtschaft und Küche wurden renoviert und auf Vordermann gebracht, das Gebäude inklusive der Wohnung energetisch saniert. In diesem Jahr soll auch die Heizungsanlage saniert werden, so sieht es jedenfalls der Investitionsplan der Wirtschaftsbetriebe vor.

Zum Objekt, das 1896 erbaut wurde, zählen die Gaststätte mit dem 105 Quadratmeter großen Klubraum, ein Saal von 240 Quadratmetern Größe, eine Drei-Zimmer-Wohnung und diverse Nebenräume. Eine Außenfläche steht im Sommer zur Verfügung.

Mit einem Post auf Facebook, der inzwischen wieder gelöscht ist, hatte sich auch der letzte Pächter zu den Gründen der Schließung geäußert und einigen Nutzern beziehungsweise Gästen und Nachbarn zu verstehen gegeben, warum er Taverne und Bäckerei habe schließen müssen: „Bedanken kann sich jeder bei …“. Er sprach aber auch einigen Nutzern seinen Dank aus. In den vergangenen Monaten versuchte der Pächter mit – nicht sehr gut besuchten Konzerten – von Mittelalterbands Fuß zu fassen und Geld zu verdienen.

Ein Grund mit, warum dieser Tage ein Gast parallel zum Mittelalterlich Phantasie Spectaculum dort seine Hochzeit im Kreis Gleichgesinnter nachfeiern wollte. Die Hochzeitsfeier hat er jetzt ersatzlos absagen müssen.




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