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Klaus Fischer aus Bernsen ist zum zweiten Mal in Manhattan dabei / Mitglied der "Hosianna Runners"

Der New York Marathon ist zum Genießen da

Bernsen/New York (who). "Manhattan ist hügeliger, als man denkt, vor allem, wenn man läuft", erinnert sich Klaus Fischer lebhaft zurück. Der Familienvater und Finanzbeamte aus Bernsen ist im November zum zweiten Mal beim New York Marathon mitgelaufen.

veröffentlicht am 09.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

Dass die Eindrücke vom Stadtmarathon in der US-Metropole länger bei den Teilnehmern haften bleiben als die von anderen Sportereignissen, liege an einer Besonderheit, erklärt Fischer, der sich den Trip über den Großen Teich nach 2003 noch einmal gegönnt hat. Gemäß dem alten Olympiamotto "Dabeisein ist alles" sei der New York Marathon für viele Sportler eher ein Genuss-Lauf als ein Wettbewerb. "Dieses Mal sind rund 37 000 Teilnehmer dabei gewesen, aber mindestens 80 000 würden gerne mitlaufen, was aus logistischen Gründen unmöglich ist", hat sich Klaus Fischer sagen lassen. "Das ist ein echtes Volksfest und so was muss man einfach genießen", bekräftigt er, denn die Strecke führe vorbei an den Kulissen von fünf New Yorker Stadtteilen, wie man sie sonst oft nur in Kino- und Fernsehfilmen zu sehen bekomme. Nach einem geführten Trainingslauf am Freitag zum Gewöhnen an die Strecke war am Sonntag, 5. November, auf Staten Island direkt vor der Verrezano Bridge der Startschuss zu dem Mega-Laufereignis gefallen. Durch Brooklyn, Queens und die Bronx ging's nach Manhatten zum Ziel im Central Park. "Dabei war der absolute Höhepunkt die Strecke über die First Avenue, wo die meisten der geschätzten zwei Millionen Zuschauer gestanden haben", erinnert sich Fischer. Die Begeisterung der Amerikaner am Straßenrand, besonders beim Vorbeilauf der deutschen Teilnehmer, von denen die meisten Mützen oder Fahnen in Schwarz-Rot-Gold mitgeführt hätten, sei völlig beeindruckend gewesen. 2003 hätten fast ausschließlich nur die anderen Nationalitäten Flagge gezeigt. "Die Amerikaner lieben das und sie haben uns schon am Freitag angefeuert, als wären wir der Fußballweltmeister geworden." Überall seien den Deutschen "Dschermääni-Dschermääni"-Rufe entgegen gehallt und die Weltmeisterschafts-Euphorie sei noch deutlich zu spüren gewesen. Natürlich habe er gemäß dem neuen Selbstverständnis der Deutschen Deutschlandmütze und -fahne getragen. In seiner eigenen Zeit von 3:52 Stunden hat Fischer seine persönliche Betonung beim New York Marathon ebenfalls auf den Genuss-Aspekt gelegt. Der Siegerzeit von 2:10 Stunden habe sich der Radsport-Profi Lance Amstrong bei seinem ersten New York Marathon schon deutlich mehr angenähert mit knapp unter drei Stunden. "Dafür habe ich auch unterwegs viele Fotos gemacht." Gut hundert Bilder hat er mitgebracht, auch das, was ein anderer Teilnehmer beim kurzen Stopp geschossen hat von Klaus Fischer und dem Musiker-Cop mit dem Susaphon. Und neue Bekanntschaften hat er geschlossen, denn: "Das geht bei solchen Ereignissen ganz schnell." Immer wieder trifft der 44-jährige Auetaler auf diese Weise neue Leute. Oft auch zusammen mit den "Hosianna Runners", "das ist ein Laufklub von Christen mit gut 140 Mitgliedern im deutschsprachigen Raum", klärt er auf. Er selber gehört zu den Gründungsmitgliedern und mehrmals im Jahr finden sich Runner-Grüppchen zusammenzu Laufwettbewerben und um Freundschaften aufzufrischen. Und ab und an laufen ihm dabei Prominenteüber den Weg. So wie der bekannte deutsche Boxer Sven Ottke beim Rückflug vom 6. auf den 7. November. Dabei ist der Auetaler gleichzeitig seinem 44. Geburtstag entgegen geflogen, der wegen des Zeitunterschiedes aber vier Stunden kürzer gewesen ist. Klaus Fischer läuft seit zehn Jahren längere Strecken und seit acht Jahren Marathons. Und das will er noch eine Weile weiter tun. Sein zweiter New York Marathon soll aber der letzte gewesen sein, hatte er schon vor dem Rückflug entschieden. "Auch wegen der Kosten, die ich sozusagen vorher als Taschengeld aufbringen muss." Hintergrund: Er hat in den letzten Jahren eine Reihe satirischer Bücher über mehr oder weniger liebenswerte Gebräuche in der christlichen Gemeindelandschaft geschrieben und erfolgreich veröffentlicht. Seine ganz persönliche Note ironischen Humors lässt er beim allerletzten Rückblick auf den New Marathon durchscheinen: "Eigentlich hätte ich wegen einer Wadenverletzung und Knieproblemen beinahe nicht nach New York fliegen können, aber, dank Gott und Dr. Schratz ist es dann doch gegangen..."




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