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Städtischer Bauhof geht von einem „normalen“ Winter aus – und hat sich bevorratet

Der Streusalzvorrat reicht für fünf Tage

Bückeburg (wk). Der vergangene Winter dürfte vielen Autofahrern noch gut in Erinnerung sein: Vielerorts kamen die Räumdienste tagelang kaum damit hinterher, die Straßen vom vielen Schnee zu befreien. Zumal irgendwann auch das Streusalz knapp und zu einem lohnenden Handelsgut geworden war. Angesichts dieser Erfahrungen stellt sich die Frage, wie sich der städtische Bauhof auf den vor der Tür stehenden Winter vorbereitet hat, der gestern Abend und heute Morgen laut Wettervorhersage mit leichten Schneefällen auch in Bückeburg beginnen soll.

veröffentlicht am 24.11.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 13:21 Uhr

„Von uns aus könnte es morgen losgehen“, sagt Manfred Rettig vom Bauamt der Stadt Bückeburg. Bereits im Sommer habe man die für den Winterdienst vorgesehenen Fahrzeuge und die Streu- und Räumgeräte gewartet sowie ausreichend Salz eingekauft, das übrigens nicht teurer als im Vorjahr gewesen sei. Was die Menge des Taumittels anbelangt, hat sich das Bauamt jedoch am gewohnten Maß orientiert und sogenanntes Trockensalz für insgesamt fünf volle Einsätze im Stadtgebiet und den Ortsteilen eingelagert.

Mehr sei aus verschiedenen Gründen nicht erforderlich beziehungsweise nicht sinnvoll, erklärt Rettig. So gehe man zum einen nicht vom „Gau-Fall“, sondern nur von einem Winter mit „normalen“ Schnee- und Eisverhältnissen aus. Zudem habe das Bauamt von den Zulieferern die Zusage erhalten, dass es in diesem Jahr keine Engpässe beim Streusalz geben und benötigter Nachschub innerhalb von drei Tagen geliefert wird. Darüber hinaus wolle man im Falle eines milden Winters aber auch nicht auf zu großen Mengen nicht verbrauchten Salzes sitzen bleiben.

„Salz verliert nämlich an Wirkung, wenn es zu lange offen liegt“, erläutert Gerhard Nass, der Leiter des Bauhofes, und beziffert den Verlust der Taufähigkeit auf ungefähr ein Drittel pro Jahr. „Nach drei Jahren kann man es dann wegschmeißen“, konkretisiert Rettig.

Dass der Bauhof auf Trockensalz setzt, das nach dem Ausstreuen erst noch vom Straßenverkehr zerfahren werden muss, bevor es seine volle Tauwirkung entfalten kann, hat laut Nass handfeste Gründe. Mit Flüssigsalz vermengtes Kalziumchlorid würde zwar sofort für besseren Grip auf der Straße sorgen, für kleine Städte sei die dafür erforderliche Infrastruktur aber zu teuer. So würde man etwa eine spezielle Tankstelle benötigen, um das Flüssigsalz vorrätig zu halten und in dafür ausgerüstete Streufahrzeuge, die zudem noch angeschafft werden müssten, umzufüllen. Das Trockensalz könne man dagegen ohne großen Aufwand in einer halb offenen Halle lagern und bei Bedarf mittels vorhandenem Ladeband in die Behälter der Streugeräte kippen.

Fein säuberlich aufgereiht warten die Streuaufsätze (li.) und Räumschilde (re.) des Bauhofs auf ihren möglichen Wintereinsatz.

Foto: wk




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