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Zauberer sorgt für Spaß, Kurzweil und einen launigen Abend im Kurtheater

Desimo: "Lass es uns tun!" - Gerne auch ein weiteres Mal...

Bad Eilsen (sig). Keine Spur von einem unterkühlten oder möglicherweise sogar stur gescholtenen Niedersachsen, dem es zuwider ist, sich mehr mitzuteilen als ihm notwendig erscheint: Detlef Simon, der sein Kürzel "Desimo" als Künstlernamen verwendet, füllte allein ein ganzes Abendprogramm - und das will schon etwas heißen.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 07:10 Uhr

So ganz unbekannt ist er in den Schaumburger Gefilden offenbar nicht, denn das Kurtheater war bei seinem Auftritt fast voll. Offenbar haben sich seine GOP-Auftritte herumgesprochen. Einige Besucher werden ihn auch in unserer "Nachtausgabe" erlebt haben. Außerdem hat sich Desimo zu einem gefragten Moderator entwickelt, unter anderem bei TV-Shows oder bei der Verleihung des niedersächsischen Landesmedienpreises für den Hörfunk. Auch sein erstes Gastspiel in Bad Eilsen wurde zum Erfolg. Am Anfang lernte er seine Zuschauer in Sachen Beifall etwas an. Der könne ja schon beim ersten Auftauchen im Scheinwerferlicht, das (scherzhaft) heller als in Las Vegas sei, etwas motivierender ausfallen. Da lernte er die Schaumburg-Lipper kennen, die mit Vorschusslorbeeren erfahrungsgemäß sparsam umgehen. Aber als er den Nachweis seines Könnens erbracht hatte, da nahmen sie ihn mit offenen Armen auf und applaudierten nach Kräften und mit Ausdauer. Die ersten kräftigen Lacher erntete Desimo mit der Aussage, dass er in Hannover geboren sei, der "Hochburg des Frohsinns". Dann zerriss er ein großes Boulevardblatt und verlas dabei einige selbst entwickelte Überschriften, wie "Ufo holt Dieter Bohlen", was einige im Saal aufjuchzen ließ. Die zerfledderte Zeitung fügte sich anschließend wie von Geisterhand wieder zusammen. Nichts Neues sicherlich - aber der Trick löst immer wieder Erstaunen aus. Wo hat er das neue Exemplar hergeholt, und wohin hat er die Reste verschwinden lassen? Bei allem Bemühen um Konzentration - wahrzunehmen war das nicht. Auch die Spielereien mit dem weißen Seil, den auftretenden und wieder verschwindenden Knoten, den abgeschnittenen und wieder zusammengefügten Enden, sind ja längst bekannt. Aber man schaut sich das gern an - in der Hoffnung, man käme dem Akteur irgendwann mal auf die Schliche. Leider muss man sich danach eingestehen: Das hat wieder nicht geklappt. Vielleicht sind es die flotten Sprüche, die jede Handlung begleiten, die den Betrachter ablenken und unaufmerksam werden lassen. Aber auch nur vielleicht. Zu den Klassikern gehören die Kartentricks. Desimo hat sie zusätzlich etwas verfeinert und erweitert. Am Ende ist der sich aufmerksam wähnende Zuschauer noch verwirrter als sonst. Man sieht ihm förmlich die Frage an: Kann das alles nur Fingerfertigkeit sein? Das Staunen wurde noch größer, als der Künstler zwei Schalen unsichtbar mit Wasser füllte - und das nicht nur einmal. Auch ein angebliches Beispiel von Gedankenübertragung ließ den Besucher ratlos zurück. Man erinnert sich an eigene Erfahrungen, die so etwas nicht ausschließen. Desimo bezieht die Zuschauer in seine Spielchen und Kunststücke mit ein, holt sie auf die Bühne und bedankt sich bei ihnen mit einer verpackten Zitrone. So sauer waren die aber gar nicht über ihre unerwartete Assistenz. Schallendes Gelächter gab es bei solchen Sprüchen wie: "Die Japaner fotografieren alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist" und "Die Gentechnik ist so weit fortgeschritten, dass künftig statt Kartoffeln gleich Pommes geerntet werden." Nicht schlechter auch ist die Scherzfrage: "Leben verheiratete Menschenlänger - oder kommt ihnen das wohl nur so vor?" Die Zeit verging wie im Fluge bei einem Mann, dem eine flotte und amüsante Moderation auf den Leib geschrieben ist und der auch für seine magischen Momente bereits Auszeichnungen erhalten hat. Vieldeutig bleibt am Ende das Motto dieses Auftritts: "Lass es uns tun!" Eindeutig aber fällt das Resümee aus: Dieser Hannoveraner ist kein Langweiler, er darf wiederkommen.




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