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Bethel Bückeburg zu Gast in Pierangeli Pescara / Dr. Schönberger: Hospitationen in Planung

Deutsche und italienische Chirurgen Hand in Hand

Bückeburg (bus). Die Abteilung für Hand- und Plastische Chirurgie des Krankenhauses Bethel hat ihre Kontakte zu auswärtigen Kliniken um ein weiteres namhaftes Haus erweitert. Der jüngste Besuch führte Chefarzt Dr. Michael Schönberger ins mittelitalienische Pescara. "Dieses Kapitel deutsch-italienischer Handchirurgie führte sozusagen von Thüringen über Bückeburg nach Italien", erläuterte Schönberger im Anschluss an die Reise. Thüringen kam dadurch ins Spiel, weil der Kontakt über den in Petersberg ansässigen Implantat-Hersteller "Moje" erfolgte.

veröffentlicht am 06.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:15 Uhr

Der Keramik-Spezialist ist einer der führenden Hersteller künstlicher Zehen-, Hand- und Fingergelenke, der sich insbesondere auf Ersatzmöglichkeiten in hochbelasteten Bereichen konzentriert, in denen bislang keine Implantatlösungen zur Verfügung standen. Bethel griff unter Schönbergers Regie in den zurückliegenden vier Jahren bei mehr als 90 Handgelenksoperationen auf die Erzeugnisse der Thüringer zurück. Pescara, eine an der Adria gelegene Hafenstadt, war im Zweiten Weltkrieg durch alliierte Luftangriffe zu großen Teilen zerstört worden. Der Ort war in das Blickfeld der Angreifer gerückt, weil Benito Mussolini ihn zu einem seiner Machtzentren ausbauen wollte. Bis auf den heutigen Tag belegen eindrucksvolle Bauruinen die Kriegsgeschehnisse. "In der Klinik Pierangeli spielte die Vergangenheit unterdessen überhaupt keine Rolle", berichtete Schönberger. Dem Empfang durch Chefarzt Dottore Di Janni habe ein überaus herzlicher, beinahe familiärer Charakter inne gewohnt. Trotz der "gemischten" Sprachverständigung - italienisch, englisch, deutsch - seien mehrere gemeinsame Implantationen von Endoprothesen (künstliche Gelenke) erfolgreich verlaufen. Jenseits der Operationen habe der Erfahrungsaustausch eine wichtige Rolle gespielt. Indikationsstellungen, Patientenuntersuchungen und Beurteilung von Röntgenbilder, nannte Schönberger als wichtige Beispiele. Zudem hätten Verbesserungen in der Technik und im Design sowie Ergebnisdokumentationen und gemeinsame Nachuntersuchungen im Mittelpunkt des Interesses gestanden. Und, für Dottore Di Janni von besonderem Interesse: Die Übersetzung postoperativer Behandlungskonzepte in die italienische Sprache. Die Zusammenarbeit zwischen Pescara und Bückeburg soll mit dem Gegenbesuch italienischer Handchirurgen in der ehemaligen Residenzstadt und gegenseitigen Hospitationen von Operateuren eine Fortsetzung finden.




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