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Apelerner Feuerwehr überzeugt sich von Restaurierung eines mehr als 90 Jahre alten Gefährts in Gelsenkirchen

Die alte Kutsche dient jetzt gänzlich neuen Zwecken

Apelern (nah). Ein bemerkenswertes örtliches Kapitel hat eine Fortsetzung und ein nicht minder bemerkenswertes und schönes Ende erfahren. Vor gut einem Jahr bargen Feuerwehrleute aus der Scheune des ehemaligen Landwirts Fritz Büthe eine alte Kutsche, um sie dem gebürtigen Apelerner Helmut Barth zu übergeben. Sie sollte in einer Gelsenkirchener Behinderteneinrichtung restauriert und für Ausfahrten wieder in Gebrauch genommen werden. Jetzt machten sich die Brandbekämpfer, der Bürgermeister und natürlich Bauer Büthe auf den Weg: Die alte Kutsche sollte zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

veröffentlicht am 27.10.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 07:22 Uhr

Die Reisenden wollten kaum ihren Augen trauen. Wie nagelneu stand das alte Vehikel mitten auf dem „Hof Holz“. Hier und da waren einige Teile ersetzt worden; doch das meiste hatte allenfalls gereinigt und einen Anstrich erhalten müssen. Selbst die eisenbeschlagenen Holzräder konnten noch verwendet werden. Zwei prächtige „Friesen“ zogen die Kutsche, auf der neben Initiator Barth natürlich Fritz Büthe Platz nehmen durfte. Denn seiner Bereitschaft ist die Attraktion auf dem Hof zu verdanken, wo 170 Mitarbeiter rund 630 behinderte Menschen betreuen.

Als die Kutsche nach mindestens vier Jahrzehnten wieder ans Tageslicht gerollt war, hatten Büthe und auch Barth, der noch als Kind in der Scheune und auf den Polstern des alten Fortbewegungsmittels spielte, über deren Alter gerätselt und waren auf 80 Jahre gekommen. Die Restaurierungsarbeiten brachten ein konkreteres Datum buchstäblich ans Tageslicht: Unter dem Polster befand sich als Abstandhalter eine Ausgabe des „Hannoverschen Anzeigers“ vom 25. September 1919. Damit dürfte die Kutsche nunmehr mindestens 91 Jahre alt sein.

Nun war nicht das betagte Gefährt alleiniges Ziel der 40-köpfigen Reisegruppe aus dem Riesbachdorf. Zum Ausklang des Tages wurde „Oktoberfest“ gefeiert. Am anderen Morgen lockten eine Stadtbesichtigung sowie ein Besuch der Veltins-Arena, in der unter anderem Schalke 04 seine Bundesligagegner empfängt.




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