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Erntebilanz 2012 – „Von gut bis katastrophal war bei den Erträgen alles dabei“

Die Felder sind bald geräumt

Landkreis (tbh). „Keine Rekordernte“, das steht nach Angaben von Landwirt Cord Lattwesen aus Hohnhorst für die Erntebilanz 2012 schon mal fest. Auch Ralf Bolte, der im Nebenerwerb 56 Hektar Land in Südhorsten bewirtschaftet, sprach von einer „guten Durchschnittsernte“.

veröffentlicht am 15.08.2012 um 18:53 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 18:06 Uhr

Obwohl der vergangene Winter weitestgehend mild war, hätte die kurze Periode mit hohen Minusgraden Ende Januar und im Februar dennoch große Schäden angerichtet. Wenn Schnee liegt, sei dies für die Felder eher positiv, weil er eine natürliche Dämmschicht bilde, erklärten die Bauern.

Aufgrund der warmen Temperaturen sei dieses Mal der Weizen viel zu früh gewachsen. „Im Januar waren schon ergrünte Flächen zu sehen“, erinnerte sich Lattwesen. Das Problem daran sei, dass der Weizen, sobald er anfange zu wachsen, seine Winterhärte verliert. Bei ihm seien in den wenigen Frosttagen sogar 50 Prozent der Flächen mit Wintergetreide erfroren. „Das Geld was im Herbst in die Erde gesteckt wurde ist damit einfach verpufft“, erklärte er.

Auch viele andere Bauern waren gezwungen, auf ihren Feldern neu einzusäen. Bolte berichtete ebenfalls von Einbußen aufgrund der Frosttage. Die Getreidepreise seien in diesem Jahr zwar gestiegen, aber „doppelt sähen kostet auch doppelt“, gab Lattwesen zu bedenken.

Außerdem habe es auch nicht in allen Regionen im Landkreis die gleiche Situation gegeben. In manchen Gebieten wie im Bückeburger Raum habe der Frost nicht so große Schäden angerichtet, während Landwirte im Auetal es nach Angaben von Lattwesen schlimmer getroffen hätte. Deswegen könne man weder von einer guten noch von einer schlechten Ernte sprechen und müsse entsprechend einzelbetrieblich differenzieren.

Der Ertrag hänge auch davon ab, wann und welche Sorten ausgesät wurden. Hinrich Stüve aus Krankenhagen hatte eine winterharte Weizensorte eingesät. Obwohl er nicht neu aussäen musste, beklagte auch er Ertragseinbußen.

Die Erträge von dem Weizen, der den Frost überlebt habe, seien zurzeit teilweise sogar recht gut, erklärte Lattwesen. „Von gut bis katastrophal war bei den Erträgen eben alles dabei“, fasste er die Lage zusammen.

Nachdem der Raps und die Gerste schon längst gemäht wurden, befinden sich die Landwirte momentan in der Schlussphase der Weizenernte. Bolten hat in seinen Anbaugebieten die Ernte für dieses Jahr schon eingefahren und auch die anderen sollten nach Einschätzung von Lattwesen bei gleichbleibender Wetterprognose bis zum Wochenende ihre Felder geräumt haben. Es bleibe nur zu hoffen, dass der nächste Winter es besser mit den Landwirten meint.




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