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Rusbender flechten Erntekronen in guter Gemeinschaft – Plastikgebilde keine Alternative

„Die Finger tun einem schon manchmal weh“

Rusbend (mig). Das traditionelle Erntefest steht vor der Tür. Gefeiert wird von heute, Freitag, an bis Sonntag, 12. August. Die Vorbereitungen übernimmt erneut die örtliche Trachtengruppe.

veröffentlicht am 10.08.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 22:21 Uhr

Vor dem Haus von Regina Burghardt ist an diesem Abend mächtig was los. Ältere Damen, die einen Schoppen trinken, Kinder, die Fußball spielen, und Helfer, die an der Erntekrone flechten. Stück für Stück werden die kahlen Stellen mit einem einheitlichen strohgelben Kleid versehen. „Wirklich anstrengend ist es eigentlich nicht“, sagt eine Frau und rückt ein schief hängendes Ähren-Gebinde zurecht. „Nur die Finger, die tun einem schon manchmal weh.“

Vier Wochen dauert die Verwandlung, die aus einem Drahtgestell eine wunderschöne Erntekrone macht. Das Material, Getreidesorten wie Weizen oder Gerste, kommt von den umliegenden Feldern. Marvin Wiebke, Vorsitzender der Trachtengruppe Rusbend meint: „Es ist zwar viel Arbeit, bis alle drei Kronen fertig sind, der Anblick der fertigen Kronen entschädigt dann aber für alle Mühen.“ Ob eine Plastik-Krone da nicht einfacher wäre? Wiebke schüttelt empört den Kopf: „Dann könnten wir es gleich lassen. Plastik ist für uns keine Alternative.“

Allerdings: Beim traditionellen Einmarsch wäre eine leichtere Plastik-Krone wohl durchaus vorteilhaft. Dann nämlich muss ein Trachtenträger bis zu 30 Kilogramm stemmen, was in den vergangenen Jahren jedes Mal eine schweißtreibende Angelegenheit war.

Also: Plastik statt Ähre? „Nein, auf keinen Fall“, so der Tenor der Dorfgemeinschaft. Man wolle weder auf das gemeinsame Binden noch auf das echte Getreide verzichten. „Beim Erntefest soll ja die Ernte gefeiert werden, das geht nur mit echten Ähren“, meint ein Rusbender. Und: „Es ist schön, wenn das ganze Dorf mithilft und hier auf dem Hof zusammenkommt.“

Die Tradition der Erntefeste fortführen will auch Marvin Wiebke. Sie stärkten den gemeinsamen Zusammenhalt und förderten die Dorfgemeinschaft. „Dass es Dörfer gibt, wo schon jetzt kein Erntefest mehr gefeiert wird, kann ich mir für Rusbend überhaupt nicht vorstellen.“ Dass das Erntefest den Zusammenhalt fördert, kann auch Erntemaid Regina Burghardt bestätigen. „Beim Kranzbinden sind etliche Neubürger und viele Kinder mit dabei. Wir müssen die Tradition immer weitertragen.“

Das Erntefest der Rusbender Dorfgemeinschaft beginnt am Freitag mit einem Disco-Abend im Festzelt, Samstag ist Tanzabend mit der Top-40-Band „Grace“. An beiden Abenden gibt es zwischen 20 und 22 Uhr eine „Happy Hour“ (Cocktails zum halben Preis).

Der Sonntag beginnt um 10 Uhr mit einem Zeltgottesdienst (Pastor Ulrich Hinz), danach folgt ab 13 Uhr der Umzug. Vom Festzelt aus geht es über folgende Stationen: Regina Burghardt (Rusbender Straße), Helga Wilharm (Florianstraße), Familie Bessler (Meinser Kämpen), Familie Harmening (Am Hilgenhop) und dann zurück zum Zelt. Mit der Ankunft wird gegen 16.30 Uhr gerechnet.




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