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Abwrackprämie beschert Boom / Kunden wollen vor allem die preisgünstigen Modelle

Die Günstigen gehen ab wie die Ferraris

Bückeburg (mig). Die Abwrackprämie der Bundesregierung kurbelt auch in Bückeburg den Absatz an. Waren die Showrooms im vergangenen Jahr noch gähnend leer, blasen die Kunden zum Sturm auf die Autohäuser. Ganz oben auf dem Wunschzettel: Fahrzeuge aus dem unteren Preissegment. Aber auch mittelpreisige Modelle profitieren vom Boom.

veröffentlicht am 13.02.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 09:41 Uhr

In Goldgräber-Stimmung vor allem: Händler kostengünstiger Wagen. Kunden müssen fast überall mit Wartezeiten rechnen, manche Modelle sind sogar erst einmal ausverkauft. „Bei uns ist fast so viel los wie vor 40 Jahren, als der Renault 4 rauskam“, freut sich Geschäftsführer Wilhelm Schöttelndreier von Schöttelndreier Automobile KG. „Es ist schön, dass wir wieder so gefragt sind, der Verbraucher wird animiert, wieder etwas mehr Geld auszugeben.“ Richtig gut laufen bei Schöttelndreier vor allem der Dacia Logan und der Dacia Sandero (ab 7500 Euro). Lieferengpässe gibt es keine, Geduld muss der Kunden derzeit aber schon mitbringen. „Bei uns kaufen Leute, die sich früher keinen Neuwagen gekauft hätten, beispielsweise neulich ein Student.“

Fachleute rechnen damit, dass die Prämie in diesem Jahr den Kauf von rund 300 000 Neu- oder Jahreswagen (ab Schadstoffklasse 4) zusätzlich auslöst. Im Topf sind 1,5 Milliarden Euro – maximal 600 000 Prämien. Wenn diese Summe verteilt ist, ist erst einmal Schluss.

„Ich bin deshalb dafür, dass die Prämie verlängert wird“, sagt Schöttelndreier, „die Bürger sind sonst verunsichert, bis wann sie die Prämie bekommen.“ Darin ist er sich mit fast allen Kollegen einig. Hans-Ulrich Mohme vom Autohaus Mohme & Piepho KG: „Auch wir hatten so einen Ansturm nicht erwartet. Die Frage ist aber, was kommt danach. Da tut sich ein Loch auf oder die Regierung lässt sich etwas einfallen. Es wäre schön, wenn die Abwrackprämie verlängert würde.“ Torsten Richter, Filialleiter des BMW-Vertragshändlers Becker-Tiemann: „Ich bin auch für eine Verlängerung. Außerdem könnte man in Kombination die Mehrwertsteuer senken, davon hätten alle etwas.“ Kritisch sieht Richter, dass die Prämie vor allem Importeuren nützt. „Importeure profitieren mehr als deutsche Hersteller, da hätte man sich vielleicht etwas überlegen sollen.“

Wenig optimistisch ist Verkaufsleiter Peter Dembski vom Autohaus Tatge (Ford). Zwar könne sich auch sein Haus – nach verhaltenem Beginn – in den vergangenen 14 Tagen vor Anfragen kaum retten, die Absatz-Krise werde aber wieder kommen. Der Renner im Autohaus Tatge: der Ford Ka. Dembski: „Derzeit werden vor allem Kleinwagen gekauft. Das ist eine neue Klientel, die so günstig wie möglich kaufen will.“

Das hat auch Frank Starnitzke vom Autohaus Starnitzke beobachtet. „Der Aigo läuft bei uns am besten.“ Überrascht hat ihn, dass die Umweltprämie so „extrem angenommen“ wird. „Es kommen nach wie vor viele Leute. Viele haben Angst, dass die Prämie bald nicht mehr verfügbar ist.“ Starnitzke beurteilt die Umweltprämie insgesamt positiv, freut sich aber vor allem, dass die „Rabattschweinereien“ aufgehört hätten. „Bei uns gab es sogar eine Inititialzündung für den mittel- und hochpreisigen Bereich.“ Glücklich ist man auch bei der Mobile Partners-Zweigniederlassung der Corsmann GmbH. „Sie rennen uns die Türen ein – preiswerte Modelle sind gefragt.“

Bei Wilhelm Schöttelndreier, Kai Schöttelndreier und Verkäufer Colin John Rowlands geht vor allem der Dacia Logan.

Foto: mig




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