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Fünf Kinder hungern und frieren / Baby ist unterernährt

Die Habe von zwei Familien passt in einen Karton

Müssen täglich um ihr eigenes Überleben kämpfen: Svetla (8) und Tinka (12). Foto: ube Pazardzik (ube). "Bitte, kommt mit mir ins Haus", sagt die zwölfjährige Tinka und unterbricht das Einseifen der Wäsche. Das Mädchen zeigt uns, was es bedrückt: Die Hütte aus Lehm fällt in sich zusammen. Innen und außen bröckelt der Putz von den Wänden. Risse haben sich gebildet. Auf dem Boden müssen Holzbalken gebrochen sein - das Ziegeldach ist schief und krumm. "Ich habe Angst", gesteht Tinka. "Wenn der Schnee kommt, werden wir alle verschüttet."

veröffentlicht am 16.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

Zwei Familien wohnen in zwei Zimmern - vier Erwachsene und fünf Kinder schlafen in vier Betten. Ivo ist drei Monate alt und ständig krank. Anfang Oktober musste der Junge auf der Kinder-Intensivstation behandelt werden: Der Säugling war bis auf die Knochen abgemagert. Kein Wunder: Mutter Ljubka (30) hat ihn nur mit Mehl und Wasser gefüttert. Das konnte nicht gut gehen. Jetzt ist Ivo wieder krank. Bakterien haben sein geschwächtes Immunsystem angegriffen - Lungenentzündung! Das Kind benötigt Antibiotika. Die Eltern haben kein Geld für Arzneimittel. Sie hoffen, dass die Klinik in Pazardzik ihren Ivo kostenlos behandeln wird. Mutter Ljubka hat gehört, dass herzensgute Deutsche Medikamente gespendet haben. "Ich bete zu Gott, dass diese Mittel meinen Jungen retten werden", sagt sie, bevor sie mit ihrem Baby in den Bus steigt. Bruder Angel (13) ist im Dorf unterwegs. In Mülltonnen sucht er nach Essensresten und Wertstoffen, die er an einen Schrotthändler verkaufen kann. Angel und seine Geschwister haben Hunger. Gemeinsam mit der achtjährigen Svetla wäscht Tinka Blechteller ab, aus denen die Mädchen zuvor in Wasser aufgeweichte Weißbrotscheiben gegessen haben. Jeder, der in dieser Hütte haust, ist tagein, tagaus mit seinem eigenen Überleben beschäftigt. Nun steht der Winter vor der Tür. "Wir werden frieren müssen", sagt Svetla, "denn wir haben nicht genug Decken für alle." Strom gibt es nicht. Nur einen alten Bullerofen. Aber Brennholz ist zu teuer. Und im Wald darf nur derjenige Äste sammeln, der das Holz bezahlen kann. Der Fußboden in der Hütte besteht aus Lehm. Darauf liegen alte zerfetzte Teppiche. Wenn es regnet, werden sie feucht, denn das Dach ist undicht. Ein Karton ersetzt einen Schrank. Darin finden alle Kleidungsstücke Platz, die die Familien besitzen. Wenn Sie Not leidenden Kindern wie Tinka, Svetla und Ivo helfen wollen, dann helfen Sie uns bitte helfen. Konto 510 445 547 , Sparkasse Schaumburg, BLZ: 255 514 80.




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