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Grenzbezieher halten Tradition am Leben – und wollen den Hamelnern ihre Stadt näherbringen

Die Heimatpfleger

HAMELN. „Halte, was Du hast – Heimat ist alles!“ Es sind große Worte, aus denen der Wahlspruch des Vereins für Grenzbeziehung und Heimatpflege von 1930 besteht. Doch die jährliche Grenzbeziehung, die früher großen Volksfesten gleichkamen, locken heute immer weniger hinter dem Ofen hervor. Dabei machen die Grenzbezieher weit mehr, als nur einmal im Jahr festlich die alten Stadtgrenzen abzugehen.

veröffentlicht am 12.05.2019 um 17:02 Uhr
aktualisiert am 13.05.2019 um 09:21 Uhr

Grenzbeziehung 2018: Zwei von 420 Vereinsmitgliedern, die sich der Heimatpflege verpflichtet fühlen. Foto: Archiv
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Davon zeugt schon das Wort Heimatpflege im Vereinsnamen. Dieser fühlen sich die Grenzbezieher nämlich ganz besonders verpflichtet.

„Heimat für mich ist, meine Familie, Freunde und Bekannte um mich zu haben“, sagt Werner Sattler. Der Präsident der Grenzbezieher lokalisiert für sich die Heimat dort, wo er wohne und wo er sich wohlfühle. Und das sei in seinem Fall nun mal die Stadt Hameln, zu der für ihn auch die sie umgebende „intakte Landschaft“ mit ihren Flüssen, Bächen und Wäldern zähle.

Und die Heimatpflege, die bedeute für die Grenzbezieher, den Hamelnern und den Besuchern der Stadt gewisse Anreize zu bieten, sich in Wald und Flur zu begeben, und dafür Sorge zu tragen, dass sie dort gewisse Annehmlichkeiten vorfänden, sagt Sattler. Das können Sitzbänke sein, die der Verein an exponierten Stellen mit Aussicht platziert, oder Hinweistafeln, die über historische oder sagenhafte Hintergründe informieren. „Damit die Menschen erfahren können, was es hier gibt oder gab“, sagt Sattler. „Wir wollen ihnen die Geschichte der Stadt näherbringen.“ Unlängst haben die Grenzbezieher sogar eine Grenze überschritten und das Knochenhauereck, einen Rastplatz am Weserradweg zwischen Tündern und Hameln, wieder instandgesetzt.

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Aber die Grenzbezieher sind nicht nur auf den Erhalt von Dingen oder die Erinnerung an sie bedacht. Mitunter sind sie auch damit befasst, Neues zu schaffen. So arbeitet der Verein seit einiger Zeit, wie berichtet, daran auf der Klütkuppe eine Waldbühne ins Leben zu rufen, so wie es sie schon einmal im Klütwald oberhalb des Felsenkellerweges gegeben hat.

Um den Hamelnern, aber auch sich selbst, wie Werner Sattler einräumt, einen Überblick darüber zu verschaffen, was und wo der Verein bereits geleistet hat, sind die Grenzbezieher derzeit damit beschäftigt, eine Bestandsaufnahme zu machen, die, einmal fertiggestellt, der Öffentlichkeit sicher nicht vorenthalten werde, so der Präsident. Am Ende, sagt Sattler, definiert jeder Mensch für sich, was Heimat oder Heimatverbundenheit für ihn bedeutet. „Aber man hört doch immer wieder von Menschen, die hier geboren, aufgewachsen und geblieben sind, oder auch von Zugezogenen, wie sie sagen: Ach, wie schön ist es doch in Hameln und im Weserbergland“, fügt Sattler hinzu. Und das Schönste daran, ließe sich noch mit dem Slogan der Grenzbezieher mit einem Augenzwinkern ergänzen: „Allet use!“ – Alles unser!

Wer die Grenzbezieher kennenlernen will, hat am 21. Juni Gelegenheit dazu. Dann feiert der Verein am Motorboot-Club ein Sommerfest.

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