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Sagenumwobener Ort mit schöner Aussicht / Unterhalb liegt das "Meumekenloch"

Die Paschenburg ist gar keine Burg - gebaut 1842 vom Revierförster Kayser

Schaumburg (who). Von der Paschenburg oberhalb der Schaumburg, die mit 338 Metern hochüber dem Weserbergland steht, bietet sich ein grandioser Ausblick über das Wesertal, der das Panorama von der alten Burg der Schaumburger Grafen aus noch übertrifft. Dass die Paschenburg eben keine Burg, sondern "nur" ein hochherrschaftliches großes Haus ist und nicht in direktem Zusammenhang mit der Burg steht, dürfte vielen nicht geläufig sein.

veröffentlicht am 29.07.2008 um 00:00 Uhr

Das glaubt Ulrich Kipp, dessen Vater Heinrich sich in der Chronik Schaumburgs auch mit der Paschenburg befasst hat. Ulrich Kipp hat jetzt die Texte aus dem Nachlass seines Vaters neu geordnet. Kipp: "Die Paschenburg verdankt ihren Namen einfach der Vorstellung, dass Burgen grundsätzlich auf Bergen stehen." Heinrich Kipp hat dazu in der Schaumburger Dorfchronik festgestellt: Die Paschenburg kann von der Historie und der Zeitgeschichte her schon keine Burg sein. Der Begriff Burg bezeichnet in seiner epochenübergreifenden Bedeutung einen in sich geschlossenen, bewohnbaren Wehrbau in Frühgeschichte, Antike und Mittelalter. Es war der Revierförster Kayser aus Deckbergen, der für die Bernser Forst die Paschenburg aus Liebe zur Heimat errichtete. Zuerst wurde der Aussichtsturm geschaffen, 1842 dann die Baulichkeiten errichtet, wie sie heute noch stehen. Am 16. März 1846 kam es mangels Eigenkapital zum Zwangsverkauf und das Land Hessenerwarb die Paschenburg. In den Unterlagen der hessischen Staatsregierung wird von einem dreistöckigen, schlossartigen "Etablissement" gesprochen. Dritter Eigentümer wurde 1932 Wilhelm Brunsmeyer, der das Anwesen 1993 an Herbert Harting aus Welsede verkauft hat. Unterhalb der Paschenburg ist ein Felsspalt mit einer Höhle. Dieser Felsspalt mit Höhle war früher über eine Leiter von dem Bergkamm in unmittelbarer Nähe der Paschenburg für jedermann zugänglich - heute nicht mehr, weil zu gefährlich. Die Höhle wird in bekannten Sagen, die in wichtigen Zügen übereinstimmen, unterschiedlich bezeichnet: Meumekenloch, Mönkenloch und Mäumeloch. Hier soll eine Zwergin gehaust haben, die den Grafen von der Schaumburg betörte, bis die Gräfin die Nebenbuhlerin entdeckte.




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