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„Wolga Kosaken“ schöpfen aus dem reichen Schatz russischer Kompositionen

Die russische Seele baumeln lassen

Bückeburg. Ein Programm mit Musik aus dem reichen Schatz russischer Kompositionen haben die „Wolga Kosaken“ in der Stadtkirche unter dem Motto „An den Ufern der Wolga“ zum Besten gegeben. Die Mitglieder des anno 1933 gegründeten Männer-Ensembles entführten die Zuhörer in die Zeiten des sogenannten Alten Russlands, in denen von Seele, Pathos, Liturgischem und „Trink-Brüderchen-Themen“ geprägte Tonsetzungen Hand in Hand gingen. „Ich hoffe, dass Sie mit uns soviel Spaß hatten, wie wir mit Ihnen“, sagte der seit 1988 für die Leitung der Formation verantwortlich zeichnende Alexander Petrow am Ende des Gastspiels.

veröffentlicht am 15.02.2016 um 12:59 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 05:41 Uhr

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Der Sänger, Cellist und Balalaikavirtuose hat die Konzertsäle der ganzen Welt gesehen - nicht nur Singapur und Aberdeen, sondern auch New York, Toronto, Paris und Jerusalem. In Bückeburg stellte er überdies sein Talent als liebenswerter Conferencier unter Beweis, der dem Publikum auch über musikalische Details hinausreichende Informationen vermittelte. Wie etwa bei der Ankündigung einer ukrainischen Weise mit der sinngemäßen Übersetzung „Ich schaue zum Himmel“. Die „Wolga Kosaken“ verfügten heute sowohl über russische als auch über ukrainische Mitglieder. „Wir haben nichts mit Politik zu tun und verstehen uns untereinander prächtig.“

Das Konzert bot einen hörenswerten Querschnitt des Kosaken-Genres. „Liebhaber geistlicher Lieder und Freunde der Volksmusik kommen gleichermaßen auf ihre Kosten“, gab Petrow bei der Ankündigung des Eingangsstücks „Dir singen wir Herr“ (Tebe Poem) zu verstehen. In der Folge erklangen Titel wie das Instrumental „Schlittenfahrt im Mondschein“, „Das einsame Glöckchen“ (Kokokotschik), „Ich bete an die Macht der Liebe“ (Kol Slawen Nasch) und „Es stand eine Birke allein im Feld“ (Berjosenka), die allesamt bestens dazu geeignet waren, die russische Seele ausgiebig baumeln zu lassen.

„Russische Lieder sind mal traurig und mal lustig“, erläuterte Petrow. Den Unterschied zu anderen Nationen mache unterdessen aus, dass auch traurige Lieder auf lustige Art und Weise gesungen würden. Was auf das das Ende des Auftritts einläutende „Mit uns ist Gott“ (S Nami Bog) kaum, auf das abschließende „Kalinka“ unterdessen umso mehr zutraf.

Im Anschluss an den All-Time-Klassiker konnte eigentlich nichts mehr kommen. Die Zugabeforderungen des Publikums erschöpften sich denn auch alsbald. Was nicht zuletzt der Tatsache geschuldet sein mag, dass die „Wolga Kosaken“ entgegen des in Aussicht gestellten Septetts lediglich ein Quintett auf die Stadtkirchen-Bühne stellten.

Zudem hinterließ das Fehlen des angekündigten Knopfakkordeons erhebliche Lücken im Gesamtsound, die auch der die tiefen Instrumentaltöne beisteuernde Bass-Balalaika-Spieler Wasyl Romanow nicht auszufüllen vermochte. Kam hinzu, dass die Stimmen der Sänger mitunter ein wenig brüchig und in den Höhen etwas undifferenziert klangen. bus




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