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Heeresfliegerwaffenschule auf dem Weg zum internationalen Ausbildungszentrum / Feierlicher Appell

Die Schweden lernen in Bückeburg das Fliegen

Bückeburg (rc). Die Heeresfliegerwaffenschule hat den ersten - offiziellen - Schritt in die internationale Ausbildung von Hubschrauberpiloten vollzogen. Ab sofort bildet die schwedische Luftwaffe alle ihre angehende n Hubschrauberpiloten bei der Bundeswehr aus: in Bückeburg. Drei schwedische Luftfahrzeuganwärter werden noch in dieser Woche, zusammen mit sieben Deutschen, den "joint and combined basic helicopter training course" beginnen. Der Unterricht im Hörsaal wird künftig nur noch in Englisch laufen, zudem haben sich die Schweden Stunden im Simulatorzentrum gesichert.

veröffentlicht am 18.07.2008 um 00:00 Uhr

Während eines Feierlichen Appells auf dem Flugplatz in Achum vollzogen der Inspekteur der schwedischen Luftwaffe, General Anders Silwer, und der General der Heeresflieger und Kommandeur der Waffenschule, Brigadegeneral Richard Bolz, die künftige Zusammenarbeit. Mit dabei war unter anderem auch d er Amtschef des Heeresamtes, Generalmajor Wolf-Joachim Clauß. "Ein wichtiger Tag für uns in Schweden", wertete General Silwer den Tag. Schweden habe nach dem Ende des Kalten Krieges einen "dramatischen Wechsel" seiner strategischen Ausrichtung erfahren. Das Land arbeite inzwischen mit zahlreichen anderen Nationen zusammen. Mit den Deutschen werde man ab dem kommenden Jahr unterdem ISAF-Kommando Nord im afghanischen Masar-e Sharif auch im Einsatz zusammenarbeiten. Aber auch handfeste Gründe gaben den Ausschlag, wie General Silwer weiter sagte. Schweden spare sich den Aufbau einer eigenen Ausbildung, zudem stehe in Schweden der Wechsel auf neue Hubschraubertypen an, sodass sich das Heer dort Kapazitäten frei halten und aufbauen könne. Zusammenfassend: "Wir sind von der Qualität der Ausbildung und der Flugsicherheit in Bückeburg überzeugt." Und deutete an, dass auch die Ausbildung auf dem neuen Transporthubschrauber NH-90 an der Heeresfliegerwaffenschule für die Schweden eine Option ist. Multinationalität sei ein Grundprinzip der deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik und habe die Geschichte der Bundeswehr in den vergangenen Jahrzehnten geprägt, sagte Brigadegeneral Bolz. Einsätze der Bundeswehr finden regelmäßig in einem multinationalen Umfeld statt. Kenntnisse der Einsatzverfahrenanderer Armeen steigerten die Effizienz und trügen zur Verringerung des Gefahrenpotenzials bei. Die Entscheidung der Bundeswehr, sich auch in allen Ausbildungssegmenten international zu öffnen, sei damit nur folgerichtig gewesen. Die Heeresfliegerwaffenschule könne im Rahmen freier Ausbildungskapazitäten Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen anbieten, erinnerte der General daran, dass auch die Bundeswehr mit dem Ausbildungszentrum Geld verdient. "Die deutsch-schwedische Kooperation bei der Hubschrauberausbildung passt ideal in die Linie der bisherigen Beziehungen zwischen beiden Nationen", stellte General Bolz weiter fest. Die Beweggründe der Schweden für Bückeburg mögen vielfältig sein: "In jedem Fall sehen wir uns in der Umsetzung unseres Bückeburger Konzeptes - trotz anfänglicher Skepsis und kritischer Stimmen - bestätigt." Bückeburger Konzept bedeutet die Flugausbildung im Realflugbetrieb, im Simulator und am Computer. Dass die vernetzte Ausbildungstechnologie inzwischen international anerkannt ist, zeigen die weiteren Länder, die in Bückeburg bereits ausbilden oder ausbilden lassen wollen: Norwegen, die Schweiz und Österreich haben sich bereits Simulatorstunden gesichert; Finnland, Australien und Neuseeland stehen vor der Tür. Einige Nationen würden abwarten, wie sich die Kooperation mit den Schweden entwickele. "Wenn das gut läuft, kommen andere", hieß es am Rande des Appells. Luftwaffe, Marine und zum Teil die Bundespolizei bilden ihre angehenden Piloten bereits in Bückeburg aus.




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