weather-image
28°
×

Schausteller nach vier Tagen Herbstmarkt zufrieden / Gutes Wetter beschert wieder steigende Umsätze

Die Sonne eist bei Kirmesgängern das Geld los

Bückeburg. Mit dem Wetter ist das so eine Sache – man weiß ja nie. „Sturmtief Emma fegt die Kirmes leer“, musste diese Zeitung mit Blick auf einen der jüngsten Jahrmärkte titeln, an den die Buden- und Karussellbetreiber noch immer mit Gruseln zurückdenken; während der Orkan weiland Äste, Laub und teilweise ganze Bäume durch die Luft wirbelte, saßen sie mit saueren Mienen vor Süßigkeiten, die keiner kaufen wollte…

veröffentlicht am 02.11.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 16:41 Uhr

Autor:

„Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir Schausteller mit den bisherigen Ergebnissen der Volksfestsaison 2010 nicht zufrieden“, hat denn auch Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes (DSB), erst vor Kurzem erklärt. Ursache dafür seien die sehr schlechten Witterungsverhältnisse. „Für die zweite Saisonhälfte rechnen wir aber mit steigenden Besucherzahlen – vorausgesetzt, die Wetterlage stabilisiert sich“, sagte er Mitte Juni.

In Bückeburg hat sie das an den vier Kirmestagen, die gestern zu Ende gegangen sind, getan: Bei Temperaturen von angenehmen elf bis 16 Grad und einem Regen-Risiko von nur 20 Prozent hatte das Gros der Herbstmarkt-Gänger die Schirme zu Hause gelassen – und Recht daran getan. Allen voran der Samstag war so richtig nach dem Geschmack der 83 Schausteller, die Marktmeisterin Natascha Vogt für die Flaniermeile zwischen Stadtkirche, Rathaus, Sablé-Platz und Bahnhofstraße verpflichtet hatte. „Zwar hat der ,X-treme Spinner’ wegen eines Technikdefekts leider absagen müssen, aber dafür steht an seiner statt ein Nostalgie-Riesenrad“, erklärt Vogt letzte Änderungen.

Nachdem es am Sonntag zunächst gepladdert hatte, setzte sich gegen 13 Uhr auch am dritten Kirmestag die Sonne durch – und sorgte dafür, dass auch das Gros der Bückeburger Kaufleute die Läden zwischen 14 und 18 Uhr nicht vergeblich geöffnet hatte.

3 Bilder

Noch lauter indes sollten die Kassen am gestrigen Montag klingeln. „Da ist Allerheiligen; wir erwarten vor allem aus Nordrhein-Westfalen viele Besucher“, freute sich Schaustellersprecher Josef Weber aus Herford, der selbst das Kinderkarussell „Biene Maja“ betreibt, auf den letzten Kirmestag, an dem sich die Marktbeschicker mit Preisnachlässen verabschiedeten. „Wir sind vor allem wegen des Riesenrades hier“, sagen Thomas und Claudia Schmidt, die sich angesichts der Sonnenstrahlen Montagmorgen spontan entschlossen hatten, mit Tochter Anna (4) und Sohn Conrad (7) nach Bückeburg zu kommen. Die Mindener: „Wir kennen und lieben das Riesenrad seit den eigenen Kindertagen. Jetzt wollen wir’s auch unseren Kleinen zeigen.“

Freude denn auch bei Weber: „Nach ein bis zwei Jahren Stillstand als Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise, sind wir mit dem Geschäft nicht zuletzt auch dank des guten Wetters jetzt wieder zufrieden – zumindest für Bückeburger Verhältnisse.“ Der Herbstmarkt sei „stark besucht“, die Kunden würden „viel Geld“ bei den Kollegen lassen. Mit 82 Jahren ist Weber das Urgestein unter den Schaustellern in der Ex-Residenz. Hier zur (Herder-)Schule gegangen und hier konfirmiert, besucht er die Frühjahrs- und Herbstmärkte seit fast 50 Jahren. „Nun aber“, sagt er, „werde ich mich allmählich zurückziehen; meine Tochter führt mein Fahrgeschäft weiter.“

Um die Zukunft der Kirmes ist ihm aber auch ganz allgemein nicht bange: „Sie ist immer ein Fest der Begegnung. Die Menschen haben sich so auseinander gelebt, dass sie diese Begegnung mehr denn je zuvor brauchen“, sagt er.

Die Geräuschkulisse, die von Fahrgeschäften wie der „Schlittenfahrt“ ausgeht, gibt Webers Einschätzung derweil recht; am lauten Kreischen hört man, dass bei den Betreibern offensichtlich die Kassen klingeln. Aus dem hermetisch abgeschlossenen „X-14-Erlebnissimulator“ dringt zwar kein Schrei nach draußen. Dennoch sieht man an dem Ansturm der Teenager, dass auch dort der Rubel rollt. Kein Wunder, denn im Inneren der Kapsel bietet sich für drei bis fünf Minuten die Illusion einer Skiabfahrt im Val D’ Isere, eines Fluges im Kampfjet oder einer Verfolgungsjagd durch Miami.

Bildergalerie: Zum Herbstmarkt hat unsere Redaktion natürlich auch wieder eine Bildergalerie ins Internet gestellt: Einfach auf unserer Internetseite unter „Lokales“ auf „Bildergalerien“ klicken. Viel Spaß!




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige