weather-image
22°
×

Der CDU-Hauhaltsexperte Steffen Kampeter skizziert vor der GfW die möglichen Folgen für Deutschland

Die Weltwirtschaftskrise spielt China in die Hände

Porta/Bückeburg (wk). „Die Wirtschaftskrise und die globalen Folgen für die Sicherheitspolitik“ ist das Thema eines Vortrags gewesen, zu dem die Sektion Minden der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik in das Hotel „Kaiserhof“ eingeladen hat. Als Referent fungierte am Freitagabend der diplomierte Volkswirt Steffen Kampeter, der derzeit dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages angehört und zugleich haushaltspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist.

veröffentlicht am 18.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 19:41 Uhr

Für den Fall, dass die zur Bekämpfung der größten Wirtschaftskrise seit dem Jahr 1929 angeschobenen Konjunkturprogramme nicht wirken sollten, erwartete der Politiker „länderübergreifende Risiken“: So werde es etwa eine „Veränderung der Migrationsbewegungen“ geben, wobei die große Zahl an Wirtschaftsflüchtlingen insbesondere im Süden Europas zu Problemen führen werde. Vor allem für Indien und Pakistan sowie die Balkanregion prognostizierte er das Anschwellen von Grenzkonflikten und das Anfeuern des Separatismus.

Daneben hielt er ein Anwachsen des islamischen Fundamentalismus‘ und eine „erhebliche Destabilisierung“ im Bereich Russland für möglich. Je weniger die Konjunkturprogramme greifen würden, desto größer falle zudem die Machtverschiebung in Richtung China aus. „Ein dauerhafter wirtschaftlicher Niedergang würde uns viel härter treffen als wir uns das heute vorstellen können“, resümierte Kampeter. Die Wiedererlangung des Wirtschaftswachstums sei daher wichtig, um auch die politische Macht Deutschlands zu stärken.

Den Ausführungen des CDU-Politikers vorausgegangen war die deutliche Kritik eines älteren Zuhörers, der sich im Anschluss an den eigentlichen Vortrag „enttäuscht“ zeigte und das Referat eher als „Wahlkampf“ einstufte, da darin die thematisch angekündigten sicherheitspolitischen Aspekte nur sehr knapp angerissen worden seien.

Und in der Tat hatte sich Kampeter zuvor mehr den wirtschaftlichen Folgen der Krise zugewandt: „Der Mainstream geht davon aus, dass die Konjunkturprogramme im Westen nicht wirken“, hatte er etwa festgestellt. Dies würde unter anderem eine Schwächung der USA zur Folge haben, während China zur Weltwirtschaftsmacht aufsteigen werde. Die Bedeutung Deutschland werde dagegen ebenfalls abnehmen.

Nach Ansicht des Diplomvolkswirtes beinhaltet die Krise außerdem die Gefahr einer „Rückkehr zu Protektionismus und bilateralem Handel“, was eine „gefährliche Tendenz“ für Deutschland sei. So würde sich ein anhaltender Rückgang der deutschen Exporte beispielsweise auch auf die Höhe der Altersrenten auswirken. Die „Härtephase für den Arbeitsmarkt“ sah er für 2010 voraus.

Im „globalen Orchester“ sei Deutschland „ein Stück weit zu klein, um allein zu spielen“, bilanzierte Steffen Kampeter, und betonte in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit der bevorstehenden Europawahl am 7. Juni.

Der CDU-Politiker Steffen Kampeter referiert über die Wirtschaftskrise. Foto:wk




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige