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In der Jugendarbeit sind neue Strategien gefragt / Ortswehr Röhrkasten unterstützt ABC-Zug

„Die Zahl der Aktiven wird schrumpfen“

Röhrkasten (sig). Ein etwas düsteres Bild von der Zukunft der Freiwilligen Feuerwehren hat der stellvertretende Abschnittsleiter Dirk Hahne bei der Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr im „Krug zum grünen Kranz“ gemalt. Statistiker würden mit einem Rückgang der Aktiven um bis zu 20 Prozent im Laufe der nächsten Jahrzehnte rechnen. Hahne hinterfragte kritisch, ob der erforderliche Brandschutz bei dieser Entwicklung langfristig gewährleistet werden könne. Der Rückgang mache sich auch bei den Jugendwehren bemerkbar. Deshalb sei es geboten, rechtzeitig Strategien zu entwickeln.

veröffentlicht am 01.02.2011 um 09:15 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 20:22 Uhr

Kritik übte der Brandschützer aus Bückeburg auch an den Kapazitäten der Landesfeuerwehrschule in Celle. Sie habe im Vorjahr nur 68 Prozent der von der Kreisfeuerwehr beantragten Lehrgänge realisieren können. Der sich abzeichnende Anstieg um zwei Prozent reiche bei Weitem nicht aus. Deshalb soll in Celle für viele Millionen Euro ein neues Ausbildungszentrum entstehen, finanziert aus den Mitteln der Feuerschutzsteuer. Hahne: „Da bleibt in den kommenden fünf Jahren kein Geld mehr für uns übrig.“

Obernkirchens Bürgermeister Oliver Schäfer ließ in seinem Grußwort ähnliche Sorgen erkennen. Er sei sich sicher, dass man sich schon in einem Jahrzehnt unter anderen Bedingungen bei einer Mitgliederversammlung treffen werde. Unausgesprochen klang darin die dann vermutlich bestehende Notwendigkeit an, dass sich kleine Ortswehren zusammenschließen.

Schäfer weiß natürlich, dass eine Kleinstadt wie Obernkirchen – und vielen anderen Orten wird es ähnlich ergehen – keine Chance hat, eine Berufsfeuerwehr zu unterhalten. Deshalb sieht er in einer noch intensiveren Nachwuchsarbeit die einzige Alternative.

Ortsvorsteher Karl-Heinz Struckmeier zeigte sich erfreut darüber, dass seine Ortswehr 2010 ein gelungenes 75-jähriges Bestehen feiern konnte und in dieser Zeit ihre Selbstständigkeit bewahrte. In der Jugendarbeit kooperiert man mit Krainhagen.

Stadtbrandmeister Rolf Schaper spendete viel Lob für den Einsatz und die Arbeit der Blauröcke. Wenn die Zahl der Ernstfälle zurückgehe, dann bedeute das für die heimischen Wehren keine Untätigkeit. Blauröcke aus Röhrkasten zum Beispiel wirken auch beim ABC-Zug mit und nehmen dadurch an zusätzlichen Übungseinheiten teil. Die alljährliche Kontrolle der Fahrzeuge, Geräte und Gebäude habe ergeben, dass alles gut gepflegt worden sei.

Ortsbrandmeister Fritz Kranz konnte in seinem Bericht über die Einsätze, Ausbildungen und verschiedenen anderen Aktivitäten erfreulicherweise erwähnen, dass die Mitgliederzahl leicht gestiegen ist. Aus eigenen Mitteln habe seine Wehr einen Beamer und eine Leinwand für Schulungszwecke angeschafft. Im Ortskommando gab es keine Änderungen. Lars Schuhmann wurde zum Hauptfeuerwehrmann befördert.




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