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Geschichte in 65 Biografien: Handbuch „Schaumburger Profile“ vorgestellt

Diese Köpfe muss man kennen

Bückeburg. Nach Teil 1 des historisch-biografischen Handbuches „Schaumburger Profile“, der bereits vor einigen Jahren veröffentlicht worden ist, ist dieser Tage nun in einer Auflage von 500 Exemplaren Teil 2 auf den Markt gekommen. Herausgegeben von dem Historiker Dr. Hendrik Weingarten, publiziert im Gütersloher Verlag für Regionalgeschichte, finanziell bezuschusst vom Verein Schaumburger Landschaft, 320 Seiten stark, mit 51 Abbildungen und gebunden im Format 24 x 16 Zentimeter. Und darin enthalten sind ebenfalls wieder zahlreiche Beschreibungen von Personen der Zeitgeschichte – wissenschaftlich aufbereitet von insgesamt rund 50 Autoren.

veröffentlicht am 12.02.2016 um 17:02 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 06:22 Uhr

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„Das Buch enthält 65 Biografien historischer Personen, die in Schaumburg geboren wurden, dort lebten oder für Schaumburg wichtig waren“, berichtete Dr. Stefan Brüdermann, der Leiter der Bückeburger Außenstelle des Niedersächsischen Landesarchivs, bei der Vorstellung des neuen Werkes. „Personen aus Mittelalter und Früher Neuzeit stehen neben solchen aus der Moderne, Personen aus der Politik neben solchen aus der Wirtschaft und Kultur, bekannte Namen neben weniger bekannten.“

Dabei reicht die Bandbreite der vorgestellten Persönlichkeiten von Graf Adolf III. von Holstein-Schaumburg und der Fürstin Juliane zu Schaumburg-Lippe über den Kommunisten Karl Abel und den NS-Funktionär Friedrich Christian Prinz zu Schaumburg-Lippe sowie die Unternehmer Caspar Heye und August Oetker bis hin zu den Musikern Franz Liszt und Richard Sahla. Und nicht zu vergessen der Zeichner Wilhelm Busch, die Schriftsteller Gerhard Hauptmann und Agnes Miegel sowie der Theologe Hermann Muckermann – nur um noch einige der behandelten Namen zu nennen.

Und um bisschen konkreter zu werden, sei als Beispiel die Person Heinrich Zwitzers (1873-1947) erwähnt: In historischer Hinsicht sei dies „der wichtigste Jurist Schaumburgs“ gewesen, sagt Weingarten (Niedersächsisches Landesarchiv, Standort Hannover), der sich mit dessen Karriere befasst hat. So sei Zwitzers damals bis in das Amt des Präsidenten des Bückeburger Landgerichtes aufgestiegen. Während des Dritten Reiches habe dieser zudem ein „typisches Verhalten“ gezeigt: Einerseits habe er bei den Nationalsozialisten mitgemacht, anderseits habe er deren Treiben aber auch kritisch gesehen. Oder mit anderen Worten formuliert: „Er war halt ein guter Beamter und widersetze sich dem System nicht.“

Was seinen wissenschaftlichen Beitrag zu dem Buch „Schaumburger Profile“ betrifft, habe er die Person Heinrich Zwitzers – der „weder ein Held, noch ein Täter“ gewesen sei – „neutral betrachtet“, betont Weingarten. Denn ihm als Autor sei es nicht darauf angekommen, Zwitzers‘ Verhalten zu bewerten. Dies bleibe vielmehr dem Leser überlassen.

„Eine Ambivalenz liegt in vielen Biografien“, ergänzt Brüdermann. Und zu dem neuen Handbuch merkt er an, dass dies – wie auch die anderen in der Reihe „Schaumburger Studien“ erschienenen Bände – wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. So beginnt jedes zu einer der 65 Personen verfassten, dreistufig aufgebauten Kapitel zunächst mit einer Kurzbeschreibung der jeweiligen historischen Person. Danach folgt ein längerer Text, in dem detaillierter auf die geschichtlich relevanten Aspekte eingegangen wird. Und schließlich werden die Quellen- und Literaturangaben aufgeführt, anhand der die Informationen recherchiert worden sind.

Erhältlich ist der zweite Teil des Handbuches „Schaumburger Profile“ (ISBN 978-3-7395-1073-6) ab sofort im Buchhandel. Außerdem kann das Buch in dem Geschäftsstellen unserer Zeitung in Bückeburg (Lange Straße 20) und Rinteln (Klosterstraße 32/33) erworben werden. Es kostet 29 Euro pro Exemplar.

Bei diesem Handbuch handelt es sich laut Brüdermann übrigens um den 73. Band, der im Auftrag der „Historischen Arbeitsgemeinschaft für Schaumburg“ herausgegebenen „Schaumburger Studien“.




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