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Der Erfolg steht auf mehreren Beinen / Heute belächelt ihn niemand mehr / Gute Chancen für Handwerksunternehmen

Dieter Ahrens hilft Kunden zu sparen und zu verdienen

Scheie. Dieter Ahrens setzt auf die Tugenden des traditionellen Handwerks mit Qualitätsbewusstsein in Verbindung mit innovativer Technik. „Deshalb profitieren wir sogar von der Krise, von der zurzeit so viele Leute reden“, kann er aus persönlicher Erfahrung sagen. Hintergrund: Der Dachdeckermeister aus Scheie hat vor Jahren schon aufs richtige Pferd gesetzt mit der Entwicklung des zweiten Unternehmensstandbeines Solartechnik.

veröffentlicht am 29.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 18:21 Uhr

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Die Solartechnik ist sein ganz persönliches Steckenpferd, erklärt Dieter Ahrens. Er sagt, dass er anfangs nicht daran gedacht hat, damit Geld zu verdienen: „Ich wollte eigentlich nur den Gedanken transportieren, dass die Sonnenenergie kostenlos für jeden zur Verfügung steht.“

Zunächst haben ihn seine Kollegen wegen seiner Leidenschaft belächelt, berichtet er. Heute belächelt ihn niemand mehr, im Gegenteil. Ahrens arbeitet mit anderen Unternehmen zusammen und gibt gerne Tipps aus seinem Erfahrungsschatz zum Thema Solartechnik. „Ich musste zunächst erst einmal selber viel Wissen sammeln und konnte mir gute Grundlagen erwerben, aber gerade in der augenblicklichen allgemeinen Wirtschaftslage sehe ich mich im Prinzip belohnt.“

Die Unternehmensgeschichte spricht für sich: 1990 hat Dieter Ahrens als junger Meister seinen Dachdeckerbetrieb in Scheie gegründet. Mit Augenmaß fürs Machbare hat er seine Firma in den Wirtschaftsgebäuden eines Bauernhofes einquartiert und stetig erweitert. In den beiden Bereichen Dachbau und Solartechnik sind aktuell 22 Mitarbeiter inklusive Chef und vier Auszubildenden beschäftigt.

Als Vorteil sieht Dieter Ahrens: Beide Firmenteile ergänzen sich ideal und er kann alle Leistungen aus einer Hand bieten. Der Dachdeckerbetrieb kümmert sich um alles, was mit Dach zu tun hat, inklusive Dämmung und Planungshilfe durch den eigenen Energieberater im Haus. Die Abteilung Solartechnik übernimmt den Part, die „Energiespardose“ aufs Dach zu bringen, mit der sich durch Stromeinspeisung ins Netz sogar Geld verdienen lässt.

Zusatzschub für das Unternehmen

Eine neue gesetzliche Regelung zum Betrieb von Photovoltaikanlagen hat zusätzlichen Schub für sein Unternehmen gebracht, stellt Dieter Ahrens besonders in diesem Jahr fest. Denn: Neuerdings dürfen Anlagenbetreiber den selbst produzierten Solarstrom auch direkt verbrauchen und sich dafür zeitweise vom Netz abkoppeln. „Und das hat uns definitiv Kunden gebracht.“ Dazu hat er festgestellt, die meisten seiner Kunden sind qualitätsbewusste Leute und sehen ihre Photovoltaik-Anlage „als sichere Investition, die ihnen auch in Zukunft Geld bringt“.

Sein Unternehmenskonzept hat schon vor der viel beschworenen Krise gut getragen und es muss wohl auch zurzeit gut tragen. Denn: Dieter Ahrens hat in diesem Jahr bereits einen Elektroinstallateur sowie einen Außendienstmann eingestellt, der für das Marketingbewusstsein des Chefs steht. „Wir suchen zurzeit aber auch noch einen weiteren Elektroinstallateur“, offeriert der Unternehmer einen Facharbeiter-Arbeitsplatz. Dass er die Stelle bald und mit einem qualifizierten Mann besetzen können wird, ist für ihn keine Frage. Denn: „Ich habe ausschließlich Mitarbeiter, die bereit sind meinen Weg mitzugehen und dabei gerne jede Weiterbildung annehmen, deshalb weiß ich, dass sich auch nur gute Leute melden werden.“ Und gute Leute sind auch bereit, Überstunden zu leisten – wie zurzeit, wo in beiden Ahrens-Teilfirmen an jedem zweiten Sonnabend gearbeitet wird, um alle Kunden zufriedenzustellen.

Das Argument Energiesparen allein aber bewegt die Kunden nicht zur Umrüstung, weiß Dieter Ahrens und sieht deshalb die Energieeinsparverordnung „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“.

Kunden denken langfristiger

Denn: „So ist zum Beispiel die Investition in Photovoltaik im Gegensatz zur Instandhaltung und Erneuerungen am Dach kein Muss für Gebäudeeigentümer.“ Trotzdem sei zu spüren: Viele Kunden denken langfristiger und sind bereit, höhere Kosten für ein gutes Dach in Kauf zu nehmen, um dafür „mehr Komfort fürs Geld zu erwerben, der ihnen auf Sicht hilft, erhebliche Energiekosten einzusparen.“

Dieter Ahrens kommt zurück auf sein persönliches Verständnis von Handwerkerehre und Qualitätsbewusstsein, das auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Basis für ein gesundes Unternehmen sei. „Wir kommen auch jetzt gut zurecht, obwohl wir nicht immer die Günstigsten sind.“

Trotz oder gerade wegen seiner realistischen Sichtweise und Unternehmensführung hat sich Dieter Ahrens seine visionäre Seite erhalten, die ihm vor allem über die Photovoltaik-Technik Erfolg gebracht hat und einen Weg durch die Krise bahnt. Deshalb hat er gerade eben wieder den „Bückeburger Solartag“ initiiert. Die Fachmesse zum Energie sparen und Energie erzeugen, die er im Jahr 2002 ins Leben gerufen hat, vereinigt heute an die 20 Fachfirmen und Kooperationspartner.

Ahrens sieht voraus: „Hier sehe ich besonders für Handwerksbetriebe große Zukunftschancen und Möglichkeiten gut durch die Krise hindurchzukommen.“




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