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Große Raubsaurier-Abdrücke im Münchehäger Steinbruch freigelegt / Spagat auf der Sandsteinplatte

Dino-Park: Leistungsgraben bei Reggae-Musik

Münchehagen (jpw). Etwa 30 neue Fährten überwiegend von Raubsauriern sind in der Steingrube Wesling in Münchehagen nordöstlich des Dino-Parks bei den ersten Grabungen dieses Jahres entdeckt worden. Am Sonntag sind wieder einige große neue, rund 140 Millionen Jahre alte Trittsiegel ans Tageslicht gekommen.

veröffentlicht am 08.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

"Das ist extrem viel." Annette Broschinski vom Niedersächsischen Landesmuseum Hannover ist sehr zufrieden. 18 Neuentdeckungen stammen aus Grabungen mit Freiwilligen. Überwiegend Raubsaurierspuren von zwei bis drei Arten, darunter eine sehr großwüchsige, sind in den vergangenen Wochen gefunden worden. Viele Familien mit Kindern bevölkerten gestern bei gutem Wetter eine rund 500 Quadratmeter große Fläche, die die Wissenschaftler vorher als besonders Erfolg versprechend ausgemacht hatten. "Die an Dinosauriern interessierten Kinder treiben ihre Familien gut an. Und dann schaffen sie an einem Tag einen Quadratmeter super gründlich, oder zwei gründlich, oder fünf Quadratmeter nicht ganz so gründlich." Dass dann - bei mindestens zwei Kindern - "die Jungen die Dinofans und die Mädchen die bei der Grabung Geduldigeren sind", sah Annette Broschinski zum Beispiel beim siebenjährigen Toni und der neunjährigen Lena Weimann bestätigt. In der Summe konnten sich dann schließlich beide stolz vor einem großen, rund 140 Millionen Jahre alten Dinosaurier-Fußabdruck fotografieren lassen. Woanders standen Familienväter nahezu im langen Spagat auf der Sandsteinplatte, um angesichts der Schrittlänge das nächste Trittsiegel zu lokalisieren. Danach folgte die kleinteiligere Arbeit mit kleinen Harken, Fugenkratzern, Schippe und Besen - die nicht in jedem Fall von Erfolg gekrönt war Zum Umgang mit etwas schwererem Gerät und Herausheben von Platten waren im Verbund mit Freiwilligen weitere Fachleute im Einsatz. Gegen Nachmittag beendete die Paläontologin Broschinski ihre unablässigen Runden über das Gelände und zog sich mit ihrer Mannschaft aus dem Landesmuseum zum "Leistungsgraben" auf eine benachbarte Fläche zurück, quer durch den Steinbruch schallte nun anspornende Reggae-Musik. "Wir müssen diese Fläche schaffen, das habe ich dem Steinbruch-Besitzer versprochen", erläuterte Broschinski, anschließend dürfe man auch auf den anderen Flächen weitermachen.




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