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Doppelkonzert in Bückeburg

Doppelschlag zum Jubiläum

BÜCKEBURG. Es war ein Kulturevent, auf das sich gefühlt die ganze Residenzstadt schon gefreut hat: das Doppelkonzert von Schaumburger Märchensängern und Schaumburger Jugendchor begeistert. Niemand wurde enttäuscht:

veröffentlicht am 15.04.2018 um 16:01 Uhr
aktualisiert am 15.04.2018 um 16:40 Uhr

Im Zugabeteil bringen die Chöre das Lied vom frohgemuten „Wandersmann“ zu Gehör. Foto: bus
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Autor

Herbert Busch Reporter

BÜCKEBURG. Dass das Auditorium dieses Doppelkonzerts, das aus Anlass des 70-jährigen Bestehens des Kulturvereins organisiert wurde, am Ende mit stehenden Ovationen honorieren würde, stand bereits zu einem frühen Zeitpunkt außer Frage. Immer wieder brauste schon im ersten Abschnitt großzügig ausgeteilter Applaus auf. Dass es im Anschluss an die Schlussakkorde niemanden auf den Sitzen hielt, hatten sich die Akteure mit Kostproben ihres Könnens auch redlich verdient.

Die gemeinsamen Darbietungen der Bückeburger Vorzeigeformationen und musikalischen Aushängeschilder Schaumburger Märchensänger und Schaumburger Jugendchor im großen Rathaussaal hatten im Vorfeld allerhand Erwartungen geweckt. „Ein historisches Ereignis für den Kulturverein“, war von dessen Geschäftsführerin Johanna Harmening in Aussicht gestellt worden. Von „hervorragender Chormusik“ sowie „ganz großen Stützen und Säulen unseres Kulturlebens“ hatte der Vorsitzende des Ratsausschusses für Kultur und Tourismus, Albert Brüggemann, gesprochen.

Dass es den Ensembles gelang, den Vorschusslorbeeren ohne jegliche Abstriche gerecht zu werden, war zu einem beträchtlichen Anteil den Chorleitern Stephanie Feindt (Jugendchor) und Sascha Davidovic (Märchensänger) geschuldet. Die Übungsleiter agierten mit herzerfrischender Verve, trieben ihre hoch konzentriert und mit viel Hingabe auftretenden Schützlinge immer wieder mit aufmunternden Gesten voran und belohnten sie mit anerkennenden Fingerzeigen.

Der weibliche Teil der Märchensänger bestreitet den zweiten Teil des Konzerts blumenbekränzt. Foto: bus
  • Der weibliche Teil der Märchensänger bestreitet den zweiten Teil des Konzerts blumenbekränzt. Foto: bus
Der Jugendchor steht im zweiten Abschnitt ganz in schwarz gekleidet auf der Bühne. Foto: bus
  • Der Jugendchor steht im zweiten Abschnitt ganz in schwarz gekleidet auf der Bühne. Foto: bus

Und sie reihten sich bei den zu Beginn und ausgangs zusammen gesungenen Stücken jeweils selbstlos in den Kreis der Choristen ein. Los ging es mit dem die rund zwei Dutzend Stimmen der Märchensänger und die 40 Akteure des Jugendchores vereinigenden Dauerbrenner „Viele verachten die edele Musik“. In der Folge stand überwiegend klassische und traditionelle Literatur auf dem Programm. Der Jugendchor ließ mit Robert Schumanns „Zigeunerleben“ aufhorchen, die Märchensänger erinnerten mit Friedrich Wilhelm Möllers „Weißt du wohl“ an den Bruder der Märchensängergründerin Edith Möller.

Im zweiten Teil kamen Interpreten und Kompositionen wesentlich zeitgemäßer daher, was sich auch im optischen Eindruck widerspiegelte. Die weibliche Abteilung der Davidovic-Schützlinge enterte die Rathausbühne blumenbekränzt, die Feindt-Sängerinnen hatten in der Pause ihre herkömmlichen Trachtenkleider gegen schwarze Hosen und Oberteile getauscht.

Den meisten Beifall gab es jeweils für im Gospelbereich angesiedelte Titel. Aufseiten der am Flügel mitunter von Jennifer Klein unterstützten Märchensänger stand „Soon Ah Will Be Done“ (William Dawson; Solisten: Luisa Mut, Nikolai Schein) in der Publikumsgunst am höchsten. Beim Jugendchor, dem am Flügel Artur Pacewicz zur Seite stand, kam „Joyful, Joyful“ (aus dem Film „Sister Act II“; Solisten: Madeleine Vogt, Rebecca Schweda, Lisa Strassberger und Jasper Klein) besonders gut an.

Darüber hinaus setzte der Jugendchor mit Linkin Parks „Leave Out All The Rest“ einen besonderen Akzent. Die Märchensänger imponierten mit einer pfiffig arrangierten Version des Sportfreunde-Stiller-Hits „Applaus, Applaus“.

Nachdem die Formationen wieder eine Gemeinschaft gebildet und eine ungemein bezaubernde Version von Karl Jenkins‘ „Adiemus“ (das der Waliser ursprünglich für einen Werbespot der Fluggesellschaft „Delta Airlines“ zu Papier gebracht hat) abgeliefert hatten, stand – falleri und fallera – Friedrich Wilhelm Möllers frohgemuter „Wandersmann“ gewissermaßen schon in der Zugabentür. Danach waren die stehenden Ovationen fällig.

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