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Stehbeifall für den „Liederkranz“ Enzen-Hobbensen und das TSV-Blasorchester

Doppeltes Klangvergnügen in der Stadtkirche

Bückeburg (dis). Ausgesprochen stimmungsvoll ist ein Konzertnachmittag in der prall gefüllten Stadtkirche in Bückeburg geraten, dessen Ausführungen sich der Männerchor „Liederkranz“ Enzen-Hobbensen unter Obhut von Manfred Neumann und Lothar Hitzeks Blasorchester TSV-Krainhagen geteilt haben.

veröffentlicht am 16.02.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 09:21 Uhr

Kein Zweifel: Beide Formationen befanden sich in offenkundiger Spiel- und Gesangslaune, ohne dabei auf Präzision zu verzichten. Dazu kamen noch Pastor Herbert Schwiegks Programm-Erläuterungen humorigen Zuschnitts und zwei beachtenswerte Vokal- sowie mehrere gute Blassolisten. Für strebsame Laienteams bietet sich ein weites Feld abseits der gewohnten Werke. Und so zückten Neumanns „Mannen“ mit sakralen Stücken, Spirituals und anderen Liedern hörenswerte Trümpfe. Sie sangen trotz aller Verve geschmeidig und verwandelten jede melodische Linie in einen organischen Bogen. Zwischen Transparenz und Inbrunst wurden da zum Beispiel „Ich bete an die Macht der Liebe“, „Dank sei Dir, Herr“, „Die Rose“ und „O my Lord“ ausbalanciert. Bemerkenswert, wie souverän Neumann seine im Gefüge der Stimmen erstaunlich jung gebliebene Herrengarde im Griff hatte und mit welch selbstverständlicher Souveränität er sie vom Klavier aus zu klanglicher Rundung und rhythmischem Drive führte.

Nicht anders sah es mit der auf Lothar Hitzek eingeschworenen Bläsercrew aus. Zwischen Mozarts in „The young Amadeus“ umgewandeltem Adagio aus dem Klarinettenkonzert, dem irischen Choral, der bunten Apalachen-Ouvertüre, Bachs Kantate 147 und einer neuen Barock-Suite spannte sich der vielfarbige Vortrags-Bilderbogen. Während der langen, oft kniffligen Wegstrecke konnten fast alle kompositorischen Klippen mühelos umschifft werden. Die von einem vollen, warmen Ton gekennzeichnete Mannschaft und deren emsige Solisten folgten ihrem Leiter nämlich in jeder Temporückung. Immer überwog die Freude am Musizieren und sprang rasch aufs Publikum über.

Zum Schluss setzten alle Beteiligten das durch einen schwebend leichten Trompetenmonolog bereicherte „Dona Nobis Pacem“ mit solch Innerlichkeit in Szene, dass es nach stürmischem Beifall wiederholt werden musste. Fazit: Zwei Ensembles – ein Genuss.




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