weather-image
15°
×

Steinanger-Anlieger reagieren zurückhaltend, aber nicht ablehnend auf Architekten-Entwürfe

"Drei Geschosse sind schon eine ganze Menge"

Rinteln (wer). Der Proteststurm der Anlieger ist ausgeblieben. Allenfalls verhaltene Skepsis ob der Bauhöhen und Hochwasserfolgen war im Brückentor zu vernehmen, als die Architekten Dr. Simone Strohmeier und Wolfgang Hein ihre Konzepte zur Bebauung des Steinangers präsentierten.

veröffentlicht am 06.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

Über die Grundsatzfrage, das Sport- in ein Wohngebiet zu verwandeln, mochte am Montag auf der Informationsveranstaltung der Stadt niemand mehr diskutieren. Und bei der Ausgestaltung des Wohngebietes scheint ein Konsens möglich, wenn die Anwohner, wie aus ihren Reihen formuliert wurde, "nicht die großen Wohnblocks direkt vor die Tür bekommen". Die von Volksbank und Sparkasse beauftragten Architekten gaben sich Mühe, zielgruppengerecht zu referieren und die erwarteten Bedenken der knapp 30 anwesenden Steinanger-Nachbarn zu zerstreuen. Es werde "nicht voluminös" gebaut, "kein Hochhausbau" angestrebt, sondern eine "verdichtete, aber kleinteilige Bebauung", erläuterte Dr. Simone Strohmeier vom Büro Infraplan aus Celle ihre drei Steinanger-Varianten. Zuvor hatte sie allerdings darauf hingewiesen, dass sich die Planung nicht sehr stark an die Umgebung anpasse, weil diese ohnehin keinen einheitlichen Maßstab abgebe und ein eigenerGebietscharakter entwickelt werden soll. Ein besonderes Merkmal ihrer Planung: Die Baumreihen sollen erhalten bleiben. Wolfgang Hein vom Obernkirchener AAD-Büro versprach den Anliegern weniger Belastungen durch das Wohngebiet als aktuell durch den Parkplatz-Verkehr. Hein will die Wegeverbindung auf den Wallanlagen am Steinanger fortführen und setzt auf "Wohnen mit hohem Freizeitwert" durch Wasserinseln und Weser-Anbindung, was nicht nur die Wohnqualität, sondern auch die Chancen auf Vermarktung verbessere. Die von Anwohner Dr. Jürgen Pätzold formulierten Bedenken, die maximal dreigeschossig geplante Bauweise sei schon "eine ganze Menge", wenn man die umliegenden Einfamilienhäuser als Maßstab nehme, suchte Hein durch den Hinweis zu relativieren, im eigenen Konzept werde nicht in umittelbarer Nachbarschaft, sondern vor allem in der Mitte des Gebietes etwas höher gebaut. Eine Diskussionüber Geschosshöhen beendete Baudezernent Reinhold Koch mit dem Vorschlag, besser eine fixe Gesamthöhe in Metern festzulegen als sich auf eine vielseitig auslegbare Etagenrechnung einzulassen. Bei Fragen nach den Hochwasserfolgen durch die Flächenversiegelung mussten die Architekten passen: "Das ist nicht Gegenstand der Untersuchung", erklärte Dr. Strohmeier. Hein ergänzte, schon jetzt sei ein beträchtlicher Teil der Fläche versiegelt, der Steinanger sei längst "kein Naturraum" mehr. Gerhard Helmhold brachte ein Blockheizkraftwerk für den Steinanger ins Spiel, ein Vorschlag, mit dem der Grünen-Politiker bei Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz durchaus offene Türen einrannte: "Insellösungen zur Energieversorgung sind wieder attraktiv", stützte sich Buchholz auf eine Einschätzung der Stadtwerke. Beide Architekten haben die Zahl deröffentlichen Freiparkplätze am Steinanger deutlich reduziert, in mehreren Entwürfen bleiben nur die Stellflächen an der Hartler Straße erhalten. Diese allerdings würden bisher kaum genutzt, und auch der Weg über die Weserbrücke sei für Dauerparker zumutbar, entgegnete Koch dem Einwand von Günther Maack (CDU), der dafür plädiert hatte, die öffentlichen Parkplätze nicht ersatzlos zu streichen.

Wolfgang Hein: "Wohnen mit hohem Freizeitwert."



Anzeige
Anzeige