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Zweites Adebar-Paar in Evesen heimisch / Nachwuchs kommt gut über die Runden

Drei Jungstörche auf dem Petzer Nest

Evesen/Petzen (bus). Bückeburgs Storchenexperte Manfred Heidmeier hat sich sehr zufrieden über die Entwicklung der Petzer Jungstörche geäußert. „Ich habe mich gewundert, dass die drei bei dem schlechten Wetter so gut über die Runden gekommen sind“, meinte der frühere Ratsherr und langjährige Vorsitzende des TVE Röcke.

veröffentlicht am 15.07.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 09:41 Uhr

Damit liegt Heidmeier auf einer Linie mit dem Biologen Reinhard Löhmer, der kürzlich die Nester im gesamten Schaumburger Land inspiziert und die Situation als „positives Storchenjahr“ eingeschätzt hatte. Allerdings warnt auch Privatmann Heidmeier vor allzu viel Optimismus. Von dem auf dem Schornstein der früheren Domäne hockenden Nachwuchs sei einer auffallend klein. „Der hinkt in der Entwicklung gut und gerne zehn Tage hinterher.“

Erfreut registrierte der „Storchenvater“, dass in Evesen (passenderweise an der Straße „Im Horst“) ein weiteres Paar der imponierenden Großsegler heimisch geworden ist. Heidmeiers Beobachtungen zufolge handelt es sich bei dem männlichen Part dieses Paares um einen Jungstorch, der zuvor den Petzer Adebaren das Nest hatte streitig machen wollen. „Der hat immer wieder Angriffe gestartet.“ Es sei durchaus möglich, dass in wenigen Jahren auch in Evesen Nachwuchs das Licht der Welt erblicke.

Dass die Aufzucht nicht immer reibungslos vonstatten geht, musste jüngst Dr. Alfons Bense vom Aktionskomitee „Rettet die Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke“ konstatierten. Im westfälischen Nachbarkreis hatten mehrere Küken nicht überlebt. Bense ging in einem Fall davon aus, dass die Elternvögel noch sehr jung waren und zum ersten Mal gebrütet hatten. „Dann kommt es vor, dass sie noch nicht durchhalten und ihren Nachwuchs seinem Schicksal überlassen.“ In einem anderen Fall waren vier oder fünf Nestlinge von ihren Eltern verspeist worden. Hier seien die Brutvögel wahrscheinlich mit der Aufzucht überfordert gewesen, mutmaßte der Spezialist.

Ob die Storchenpopulation der Ex-Residenz zukünftig weiteren Zuwachs erhält, steht für Heidmeier derzeit noch nicht fest. Er kann aber hinter der jetzt zu erkennenden Ausdehnung von Petzen Richtung Evesen keine darüber hinaus Richtung Cammer reichende konkrete Ansiedlungsstrategie erkennen. Womit der stets zu einem Scherz aufgelegte Beobachter auf die Cammeruner Adebar-Freunde anspricht.

„Solange dort Gänse das Terrain beherrschen, wird das nichts“, gibt er zu verstehen. Selbst wenn der zunächst an der dortigen Nisthilfe angenagelte Holzstorch zwischenzeitlich entfernt worden sei, müsse sich sein „lieber Freund Friedrich Rösener wohl noch ein bisschen in Geduld üben“. „Aber“, fügt er hinzu, „ich gönne es ihm von ganzem Herzen.“




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