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Pastor Cord Wilkening ist entsetzt / Polizei sieht keine unmittelbare Verbindung zu Tat in Hagenburg

Dreiste Diebe stehlen Kupferrohre von Kirche

Meerbeck (svb). Metalldiebe haben sich an der Meerbecker Kirche und der Friedhofskapelle zu schaffen gemacht. Die Beute: Fallrohre aus Kupfer. Der Schaden beträgt etwa 2500 Euro.

veröffentlicht am 20.01.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 21:42 Uhr

Der Diebstahl wurde zunächst gar nicht als solcher erkannt, weil er sich schon in der schneereichen ersten Januarwoche ereignet haben muss. Eine Mitarbeiterin der Kirchengemeinde bemerkte als erste ein im Schnee liegendes Stück Rohr und einen gelösten Blitzableiter, was sie als Folge eine Dachlawine vermutete. Erst nach dem Gottesdienst am Sonntag, 9. Januar, stand fest, dass ein ganzes Rohr fehlte. Pfarrer Cord Wilkening hatte kurz zuvor von einem ähnlichen Frevel an der Kirche in Hagenburg gehört und war darüber entsetzt, dass auch seine Kirche Opfer solcher Taten geworden war. Früher sei die Kirche noch etwas Unantastbares gewesen, aber heute zeigten Kriminelle keinen Respekt mehr davor, meint Wilkening. Die „besondere Schwere“ der Tat werde ihm im Gespräch mit Gemeindemitgliedern immer wieder aufs Neue bewusst.

Wie sich herausstellte, hatten die Diebe ein Rohr von etwa drei Meter Länge komplett entfernt und die Schellen eines zweiten bis in zehn Meter Höhe gelöst. Hierbei wurden sie offensichtlich gestört und brachen die Aktion ab. Ein Rohrendstück aus Stahl wurde hingegen liegen gelassen. Außerdem hatten die Täter alle vier Rohre an der Friedhofskapelle abmontiert. Die insgesamt entfernte Rohrlänge beträgt etwa elf Meter, wobei die Diebe beim Weiterverkauf wahrscheinlich 20 Euro pro Meter kassieren, schätzte Wilkening.

Die Rohre wurden bereits ersetzt und die Schellen zusätzlich verschweißt. Die Abrechnung des Dachdeckers lag dem Pfarrer bis zum gestrigen Tag noch nicht vor, aber er schätzt die Rechnung auf 2500 Euro inklusive Materialkosten. „Die Kosten schmerzen uns beträchtlich, da unser Bauhaushalt in vollem Umfang für die Renovierungsmaßnahmen des Gemeindehauses benötigt wird und die Fallrohre nicht durch die Gebäudeversicherung abgedeckt sind“, ergänzte Wilkening.

Die Spurenlage der zur Anzeige gebrachten Tat sei sehr dürftig, erklärte Rüdiger Wust von der Polizeistation Niedernwöhren, weil der Schnee mit eventuellen Fußabdrücken bereits geschmolzen war, als der Diebstahl eindeutig festgestellt werden konnte. Zeugen und auch Verdächtige gebe es bislang nicht.

Hinweise zu der Tat, die sich vermutlich zwischen dem 3. und 6. Januar ereignet hat, nimmt die Polizei unter (0 57 21) 7 37 00 und (0 57 21) 4 00 40 entgegen. Eine Verbindung zur Tat in Hagenburg sieht Axel Bergmann, Pressesprecher des Polizeikommissariats Stadthagen, derzeit nicht. Es lägen einige Kilometer dazwischen und der Diebstahl von Edelmetallen habe in jüngster Vergangenheit generell zugenommen.




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