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Gemeinden der Landeskirche loten Kooperationen aus – Ergebnisse für das Frühjahr zu erwarten

„Dringliche Bitte“ der Herbstsynode zeigt Wirkung

Bückeburg. Um mittelfristig sieben Pastorenstellen einzusparen, sind neun Kirchengemeinden von der Synode der Schaumburg-Lippischen Landeskirche „eindringlich gebeten“ worden, sich nach Kooperationspartnern umzusehen. Wir haben nachgefragt, wie eine solche Zusammenarbeit gestaltet werden kann.

veröffentlicht am 25.11.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 13:21 Uhr

1900 Gemeindeglieder für die erste und 2200 Gemeindeglieder für jede weitere Pastorenstelle – nach diesem Maßstab sollen sich die Gemeinden der Schaumburg-Lippischen Landeskirche künftig untereinander arrangieren, um mittelfristig bis zu sieben Pastorenstellen einzusparen.

In Bückeburg kümmern sich drei Pastoren um die knapp 6700 Gemeindemitglieder, nachdem die vierte Stelle nicht wiederbesetzt wird, erklärt Pastor Wieland Kastning. „Die Frage ist, wie wir entlastet werden können.“ Denkbar sei für ihn, sich mit Nachbargemeinden zum Beispiel eine Diakonenstelle zu teilen, die in Bückeburg unter anderem die Jugendarbeit übernehmen könnte. 

Heinz Schultheiß, einziger Pastor in der 2300 Mitglieder zählenden Kirchengemeinde Petzen, befürwortet eine Kooperation zum Beispiel mit der Kirchengemeinde Meinsen als „potenziellem Ansprechpartner“. Dabei sei die themenbezogene Zusammenarbeit einer Gebietsveränderung vorzuziehen. 

Ulrich Hinz, Pastor in Meinsen, spricht sich dafür aus, Kooperationen „so schnell wie möglich“ zustande kommen zu lassen: „Wir haben genug, wir können abgeben“, sagt Hinz. Die Richtung sei allerdings noch offen.

„Unsere Zahlen reichen eigentlich sogar für viereinhalb Pfarrstellen“, sagt der Stadthäger Oberprediger Klaus Pönnighaus, deshalb müssten vier Pfarrstellen auf jeden Fall bleiben. Kooperationen darüber hinaus hält er aber für denkbar, konkrete Gespräche seien noch nicht geführt.

Zehn Kirchengemeinden sind schon weiter

Norbert Kubba, Pastor in Lauenhagen, steht derzeit in Verhandlungen mit möglichen Kooperationspartnern. Konkrete Ergebnisse der Gespräche könne er allerdings erst im Januar mitteilen.

Die künftige Selbstständigkeit seiner Gemeinde hat Probsthagens Pastor Jan-Uwe Zapke als erstes im Blick. „Wir haben aber deshalb nicht die Utopie, dass alles so weitergehen kann wie bisher.“ Die Probsthäger haben bereits einige Gespräche geführt, für Januar gibt es laut Zapke die Aufgabe, „mit Stadthagen ins Gespräch zu kommen“.

Den Vorschlag, mit der Stadtgemeinde in Stadthagen zu kooperieren, stößt beim Pollhäger Pastor Uwe Herde auf wenig Gegenliebe. Seine etwa 1300 Mitglieder große Kirchengemeinde habe mit der weitaus größeren Gemeinde in der Kreisstadt nur wenig Berührungspunkte. „Wir fassen andere Wege der Kooperation ins Auge, und werden das Gespräch mit möglichen Partnern suchen“, erläutert Herde.

„Die Gemeinde hat eine gesunde Größe“, sagt Sachsenhagens Pastor Josef Kalkusch. Seines Erachtens sei eine „von oben“ verordnete Kooperation „nicht unbedingt nötig“. Sollte dennoch die Notwendigkeit einer Kooperation bestehen, hält er eher eine „leichte Korrektur der Gemeindegrenzen“ für möglich, als inhaltlich zu kooperieren.

Der Bergkirchener Pastor Reinhard Zoske will erst die Kirchenvorstandssitzung am kommenden Montag abwarten, um sich über die konkreten Kooperationspläne zu äußern.

Übrigens Bereits einen Schritt weiter in ihren Kooperationsbemühungen sind die Seeprovinz-Gemeinden Großenheidorn, Steinhude und Altenhagen-Hagenburg sowie die Kirchengemeinde Sülbeck und Wendthagen, die Kirchengemeinden Bad Eilsen und Steinbergen, die Kirchengemeinden Lindhorst und Heuerßen und auch die Kirchengemeinde Frille. Sie wurden von der Landeskirchen-Synode „ausdrücklich ermutigt“, ihre bisherigen Kooperationsbemühungen zu intensivieren.




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