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Vorsitzende findet keine Nachfolgerin

DRK-Ortsverein steht vor dem Ende

Apelern (nah). 52 Jahre nach seiner Gründung droht dem Ortsverein Apelern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) das Aus. Unter den 150 Mitgliedern und eventuell interessierten bislang noch außenstehenden Personen findet sich kein Nachfolger für die scheidende Vorsitzende Adelheid Maurer. „Ich weiß mir keinen Rat mehr“, erklärt sie mit nicht überhörbarer Verzweiflung.

veröffentlicht am 02.04.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 14:22 Uhr

Seit 1994 steht Adelheid Maurer an der Spitze der Gemeinschaft. Als sie damals antrat, wollte sie eigentlich nur für zehn Jahre Verantwortung übernehmen. Dann sei Zeit für neue Köpfe und neue Ideen, weiß sie aus langer ehrenamtlicher Tätigkeit in verschiedenen Vereinen. Doch schon damals ließ sie sich mangels anderer Bereitschaft erneut in die Pflicht nehmen, organisierte auch das große Fest zum 50-jährigen Bestehen und trat vor zwölf Monaten „nun wirklich zum allerletzten Mal für ein Jahr“ an. Diese Zeit ist jetzt abgelaufen.

Aber Maurer wäre nicht Maurer, wenn sie nicht selbst schon unablässig nach einer personellen Lösung gesucht hätte. „Ich habe überall herumgefragt“, berichtet sie von ihrem vergeblichen Bemühen bei den eigenen Mitgliedern und auch bei Einwohnern im Ort, die nicht dem DRK angehören: „Aber überall habe ich nur ein Nein gehört.“

Allerdings geht sie auch ehrlich mit dem Thema um. Sie beschönigt nicht, dass der Vorsitz Arbeit bereite. Klön- und Spielnachmittage seien zu organisieren, drei Blutspendetermine pro Jahr auszurichten, für Ausflüge und Wandertage zu sorgen sowie Jubilaren und Kranken Besuche abzustatten. Es gebe zwar einen guten Vorstand, aber „man muss schon selbst der Motor sein“. Dabei habe sie das Ehrenamt stets neben Beruf, Familie, Haus und Hobby ausüben können. Natürlich blickten Insider nach Maurers Wunsch zum Aufhören sofort auf die bisherige stellvertretende Vorsitzende Simona Vogel. „Ich würde das ja auch super gern machen“, beteuert sie, wenn da nicht die berufliche Belastung durch unterschiedliche Arbeitszeiten im Einzelhandel wäre. Oftmals sei sie bis in den Abend hinein und regelmäßig an Wochenenden tätig. Deshalb habe bereits der Termin der Jahresversammlung auf einen Sonntag gelegt werden müssen, um die Teilnahme zu ermöglichen.

„Wir bleiben dran und suchen weiter“, machen sich Maurer und Vogel für die verbleibenden Tage bis zur Entscheidung Mut. Am Sonntag, 11. April, beginnt um 15 Uhr die Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus mit dem pikanten Thema „Wahl einer Vorsitzenden“. Die übrigen Verantwortlichen bleiben noch für zwei Jahre im Amt, sodass ein Neuzugang von versierten Kräften unterstützt werden könnte. „Ich will dies auch tun“, verspricht Adelheid Maurer. Findet sich aber niemand, muss Simona Vogel die Vakanz auffangen. Ein Dauerzustand werde dies nicht sein können: Dann droht dem DRK wohl doch die Auflösung.




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