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Beckedorfer Experte verspricht 3000er-Anschlüsse / Keine Obergrenze

DSL per Funk für Gemeinde kostenlos

Beckedorf/Pollhagen (gus). Die Gemeinde Pollhagen könnte kostenlos mit DSL versorgt werden, wenn sie sich für die Firma ICA Media entscheidet. Deren Beckedorfer Mitarbeiter Kurt Sommerhoff hat erklärt, wie das "DSL aus der Luft" funktioniert.

veröffentlicht am 23.07.2008 um 00:00 Uhr

Die Pollhäger Politiker suchen derzeit nach Funk-Alternativen zur Deutschen Telekom. Eine könnte aus Beckedorf kommen. Das ICA-Produkt, das nach Informationen des Unternehmens in mehreren von der Telekom unterversorgten Kommunen erfolgreich eingesetzt wird, heißt Lanspot. Sommerhoff erklärt, dass das System letztlich nur aus mehreren Antennen besteht. Eine Richtfunkantenne könnte das DSL-Signal von Stadthagen aus nach Pollhagen transportieren oder die Daten von Pollhagen aus in Stadthagen ins Telefonnetz einspeisen. In Pollhagen müsste eine Stabantenne auf einem hohen Gebäude installiert werden. Bei einer Bürgerversammlung in 2006 hatte Sommerhoff ähnliches bereits präsentiert. Die örtlichen Politiker hatten seinerzeit erklärt, dass einige Industrie-Gebäude als Standorte für diesen Verteiler infrage kämen. Die Stabantenne würde die Hausanschlüsse bedienen, die ebenfalls aus Antennen bestehen - 20 mal 20 Zentimeter groß sind diese nach Worten Sommerhoffs. "Wie eine Pralinenschachtel." Wichtig sei, dass die Sichtlinie von der DSL-Hausantenne zur Stabantenne frei ist. Auch die Antenne in der Kreisstadt müsste "Sichtkontakt" zum Pollhäger Verteiler haben. Bei 40 DSL-Anschlüssen wäre das Errichten des Netzes für die Gemeinde kostenlos, sagt Sommerhoff. Die Kunden würden mit DSL 3000 versorgt. Die Datenrate betrage im Download 3072 Kilobit pro Sekunde, im Upload 768 kbit/Sekunde. Ein solcher Anschluss koste 25 Euro pro Monat, die Hausantennen einmalig 180 Euro. Die 40 Anschlüsse sind dem Beckedorfer zufolge nur die Mindestgrenze, damit sich der Netzaufbau für ICA Media lohnt. Eine Obergrenze gebe es nicht. Wenn alle 252 Interessierten, die sich auf der Pollhäger DSL-Liste eingetragen haben, einen Funk-Anschluss bestellten, müsste das Unternehmen lediglich mehr Verteiler-Antennen installieren. Dann würde jeder Kunde das versprochene 3000er DSL zur Verfügung haben. Die Pollhäger Ratsleute hatten bei den zurückliegenden Beratungen befürchtet, dass Funk-DSL wetterabhängig ist. Dem widerspricht Sommerhoff. Wettereinflüsse spielten eine untergeordnete Rolle. Lanspot-DSL sei nicht mit Satelliten-Fernsehen zu vergleichen. Wenn das Lanspot-Netz in Kooperation mit der Telefongesellschaft QSC aufgebaut ist, können die Kunden auch darüber telefonieren, betont Sommerhoff. Letztlich sei dann niemand mehr überhaupt auf einen Telekom-Anschluss angewiesen.




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