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2:1-Sieg

Düsseldorf überrascht Königsklassen-Starter Hoffenheim

Düsseldorf (dpa) - Minutenlang ließen sich die Fortuna-Profis von ihren euphorischen Fans unter den 40.111 Zuschauern feiern - kein Wunder, mussten die Düsseldorfer doch 2037 Tage auf ein solches Erfolgserlebnis warten.

veröffentlicht am 15.09.2018 um 19:02 Uhr
aktualisiert am 19.09.2018 um 16:50 Uhr

Düsseldorfs Torschütze Alfredo Morales (l) und Marvin Ducksch jubeln nach dem Treffer zur 1:0-Führung. Foto: Marius Becker

Autor:

Dietmar Fuchs, dpa

Das überraschende 2:1 (1:0) gegen Königsklassenstarter 1899 Hoffenheim war der erste Sieg des Aufsteigers aus dem Rheinland in der Fußball-Bundesliga seit dem 1:0 am 16. Februar 2013 gegen die SpVgg Greuther Fürth.

Zum Pippi-Langstrumpf-Song, der durch die Arena tönte, war dann der Jubel groß. Doch der wie immer gelassen analysierende Trainer-Routinier Friedhelm Funkel relativierte das Ganze unmittelbar. «Es muss Vieles zusammenkommen, wenn man gegen Hoffenheim ein Spiel gewinnen will», sagte der 64-Jährige nach dem Generationenduell mit seinem 33 Jahre jüngeren Kollegen Julian Nagelsmann.

Und es kam zusammen am Samstag: Leidenschaft, Kampf, Aufopferung. «Ich bin einfach stolz darauf, wie sich die Mannschaft gewehrt hat. Wir wussten, dass uns ein offensives Powerpaket erwartet», kommentierte Funkel den Verlauf der Partie, in der die Kraichgauer nach Nagelsmanns Einschätzung Punkte leichtfertig vergaben. «Wenn wir 2:0 führen, kann sich hier keiner beklagen», hielt der 31-Jährige fest.

Wohl wahr. Denn in den ersten 30, 35 Minuten setzte Hoffenheim den Düsseldorfer Fünfer-Defensivverbund massiv unter Druck. Doch mit Ausnahme eines Joelinton-Kopfballs in der 9. Minute gab es zunächst keine Lücke. Die größte Chance ergab sich in der 32. Minute, als Kroatiens WM-Zweiter Andrej Kramarić aus vier Metern das leere Tor nicht traf. «Danach haben wir völlig die Balance und Struktur verloren», kritisierte Nagelsmann vor dem Champions-League-Auftakt bei Schachtjor Donezk. Die Kramarić-Chance sei eine «tausendprozentige» gewesen, betonte Nagelsmann.

Und die Kraichgauer wurden für das Nicht-Verwerten ihrer Top-Möglichkeiten bestraft: Neuzugang Alfredo Morales in der 45. Minute und der eingewechselte Belgier Dodi Lukebakio mit einem eiskalt verwandelten Foulelfmeter (88.) machten die Überraschung perfekt. Dennoch musste Funkel in einer dramatischen Schlussphase mit Aluminiumtreffern auf beiden Seiten noch bangen: «Als das 1:1 fiel, habe ich gehofft, dass wir das Spiel nicht noch verlieren», bekannte der gebürtige Neusser.

Aber der Ausgleich durch die eingewechselte Arsenal-Leihgabe Reiss Nelson (86.) war zu wenig für Hoffenheim. Negative Auswirkungen auf den Champions-League-Auftritt bei den Ukrainern befürchtet Nagelsmann nicht, wenngleich er einräumte, dass der Samstag «ergebnistechnisch ein gebrauchter Tag» war. «Mich ärgern nicht die vergebenen Chancen, sondern die zwölf Minuten danach. Wir sind alle damit beschäftigt, dass wir nicht in Führung gegangen sind und verlieren komplett die Linie», schimpfte er.




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