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Klärbetrieb benötigt mehr Energie wegen der Dauerhitze / Spülungen häufiger als sonst

Ebbe im Kanal

SAMTGEMEINDE RODENBERG. Die Gewitterschauer am Donnerstag sind für den Abwasserbetrieb der Samtgemeinde Rodenberg kurzzeitig ein Segen gewesen. Denn die anhaltende Trockenheit hat dazu geführt, dass mehr Kanalspülungen nötig wurden. Sonst droht die Gefahr, dass die Schächte verstopfen.

veröffentlicht am 10.08.2018 um 17:20 Uhr

Noch ist alles im grünen Bereich beim Klärwerk – doch die Trockenheit treibt die Kosten in die Höhe. Foto: gus

Autor:

Guido Scholl
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Wer annimmt, die Mehreinnahmen durch den Ansturm auf die Freibäder mache die Samtgemeinde reich, irrt. Weil es weiterhin trocken bleibt, ist auch nach wie vor mehr Aufwand in der Kläranlage nötig, wie Betriebsleiter Sven Janisch auf Anfrage erklärte. Und das wird die Kommune einiges Kosten. Allein der Energiebedarf fällt derzeit um 20 Prozent höher aus als gewöhnlich.

Ein Grund: Um den eingedickten Schlamm zu rühren, ist wesentlich mehr Strom nötig. Auch die Pumpwerke im Kanalsystem müssen häufiger eingeschaltet werden, um die Fäkalien bis zur Kläranlage zu spülen. „Uns fehlt das Transportmittel“, erklärt Janisch. Damit meint er das Regenwasser, das zwar in einem gesonderten Kanalsystem abfließt. Aber dennoch befindet sich auch in den Abwasserkanälen etwas mehr Wasser, wenn es häufiger regnet.

Derzeit kommt dort lediglich das an, was aus den Spülkästen rauscht. Wassersparsysteme sind zwar ökonomisch und ökologisch sinnvoll, verschärfen die Lage jedoch. Janisch ruft wiederum auch nicht zu mehr Wasserverbrauch beim Spülen auf, schließlich sei das Trinkwasser bereits knapp, und die Bevölkerung zu umsichtigem Umgang aufgerufen. Die Situation müsse so hingenommen werden, wie sie ist.

Der Spülwagen der Firma Rohr-Fuxx ist derzeit auch häufiger im Samtgemeinde-Gebiet im Einsatz, um Kanäle zu wässern. Dies soll verhindern, dass sich Fäkalien auf dem Boden festsetzen. Denn härtet die Masse erst aus, dann lässt sie sich mit Spülungen nicht mehr lösen – Verlandung und Verstopfung drohen.

Derzeit ist noch alles im grünen Bereich, so Janisch. Allerdings wird insgesamt mehr Prozesswasser aus den Schönungsteichen benötigt. Diese Stehgewässer befinden sich ganz am Ende des Klärprozesses, und deren Inhalt wird von Kommunen auch zum Bewässern von öffentlichen Grünflächen genutzt.

Sollte der Vorrat im Laufe der kommenden Wochen versiegen, müsste die Samtgemeinde Frischwasser zukaufen, was weitere Kosten verursachen würde. Der Mehreinsatz von Chemikalien und anderen Mitteln im Klärwerk ist derzeit ebenfalls intensiver als bei normalen Witterungsbedingungen.

Noch aus einem anderen Grund ist die Wärme ein Problem. Eine Klimaanlage wurde kürzlich im Hauptgebäude installiert, denn die Labortests sind nur bei bestimmten Temperaturen verlässlich. Und sie sind wichtig, um die Qualität der Inhalte der verschiedenen Becken zu überwachen. Andererseits: Die Hitze führt auch dazu, dass die biologischen Prozesse im Klärwerk besser ablaufen als sonst.

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