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Zu Hause beim Bürgermeisterkandidaten der SPD / Karl-Heinz Buchholz liebt Skiurlaub und Tatort

Eg Wittüberm Sofa, "Kalkbödele" auf dem Tisch

Möllenbeck. Zu den Käse-Weintrauben-Spießen gibt es "Kalkbödele". Einen Grauburgunder aus dem badischen Merdingen, Spätlese trocken. Den feinen Tropfen hat der Hausherr selber mitgebracht von einer seiner Herbsttouren mit der "Weintruppe", sechs befreundete Paare, harter Kern eines früheren Kegelvereins. So langsam neigen sich die Vorräte im Weinkeller aber dem Ende zu. "Dann müssen wir wohl mal wieder los", schmun- zelt Karl-Heinz Buchholz seiner Inge zu. Nach der Bürgermeister-Wahl, natürlich: Wie in jedem Jahr geht es über den 3. Oktober zum Wandern in die Berge. Und zum Weinkaufen.

veröffentlicht am 04.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

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Lange hat sich der Bürgermeister Zeit gelassen mit der Entscheidung. Erst zu seinem 55. Geburtstag am 1. Mai verkündete "Kalle" Buchholz bei der traditionellen Gartenparty in Möllenbeck seine erneute Kandidatur. "Ich mag Stadt und Leute", sagt der Verwaltungschef zu seiner Motivation. Und verhehlt nicht: "Es macht auch Spaß, Bürgermeister zu sein." Trotz immer engerer finanzieller Spielräume, "man kann etwas gestalten". Drei politische Schwerpunkte nennt Buchholz für die kommende Wahlperiode: "Bildung, Marketing, Infrastruktur." Und die Dorferneuerung in den Ortsteilen will er weiter vorantreiben. Seitüber neun Jahren ist Buchholz Rintelns erster hauptamtlicher Bürgermeister. Souverän setzte sich der Verwaltungsfachmann bei der Wahl am 25. Mai 1997 mit satten 63,8 Prozent der Stimmen gegen den Berliner CDU-Import Martin Hortig durch. In den Jahren im Amt hat er sich ein immer dickeres Fell zugelegt. "Manche Angriffe treffen einen nicht mehr so", sagt Buchholz, "man wird gelassener. Aber die Sensibilität für die Probleme der Leute, die muss bleiben." Wenn das Fell doch malüberstrapaziert wird, dann hilft zur Entspannung vor allem eines: Fernsehkrimis, "am liebsten Tatort, am allerliebsten die alten Folgen mit Stoever und Brockmöller". Wer am Sonntagabend um halb neun anruft, muss damit rechnen, auf 21.45 Uhr vertröstet zu werden - selbst ein Bürgermeister hat mal Feierabend. Auch einen Follett oder Grisham liest Buchholz gerne mal, "aber eher im Urlaub". Dann geht er zu Andrea Tuschke von der Stadtbücherei und leiht sich Lesestoff für die freien Tage aus. Und die werden - mal abgesehen von der Weintour im Herbst - vor allem im Schnee der Dolomiten verbracht. Das Skifahren ist die große Leidenschaft von Inge und Karl-Heinz Buchholz. Jedes Jahr geht es im Februar für ein, zwei Wochen nach Südtirol, jedes Jahr in den gleichen Ort La Villa, jedes Jahr in dieselbe kleine Pension. Seit über 25 Jahren schon. Mit den Wirtsleuten verbindet das Ehepaar Buchholz mittlerweile eine herzliche Freundschaft, genauso mit den Urlaubsbekannten aus Köln - nächste Woche reisen die eigens zum Rintelner Altstadtfest an. Die Leidenschaft für Schnee und Ski ist lange gewachsen: Schon als kleiner Junge hat Karl-Heinz Buchholz am Mühlenberg und an der Langen Wand auf der selbst gebauten Schanze das Skispringen geübt, mit holzverleimten Ski, deren Spitzen der Vater mit Hilfe heißen Wassers hochgebogen hatte. Erste Gehversuche mit kleinen Pannen: "Meistens sind wir irgendwo in den Vorgärten gelandet..." Rintelner durch und durch ist Buchholz. 1951 ist er in Exten geboren, auf dem Hof der Großeltern der Mutter. Sein ganzes Leben lang hat er in Möllenbeck gelebt, seit 1979 im eigenen Haus an der Hildburgstraße. "Willkommen!", grüßen an der Haustür rechts eine Tontafel, links ein hölzerner Uhu, aus einem Baumstamm geschnitzt. Über den Fußabtreter mit dem geschwungenen Rinteln-Logo geht es ins Wohnzimmer mit dem großen Kachelofen. Über dem Sofa hängt ein echter Eg Witt: Die verträumte "Abendstimmung an der Weser" lässt indes jegliche Ähnlichkeit mit den aus dem Stadtbild bekannten Stelen vermissen - das Aquarell dürfte ebenso zum Frühwerk des Rintelner Künstlers gehören wie die beiden Blumenbilder im Flur. Die blühenden Blumen im Garten bilden den sommerlichen Rückzugsraum des Bürgermeisters. Hier auf der Terrasse frühstücken Karl-Heinz und Inge Buchholz am Sonnabendvormittag gerne ausgiebig und gemütlich. Mit frischen Brötchen und der Süddeutschen Zeitung. Abends spielen sie hier ab und an Rommée mit Freunden. Wenn dann hinter Wäschespinne und dichter Hecke langsam die Sonne untergeht, gehen überall im Garten kleine solarbetriebene Leuchten an, während die Photovoltaik-anlage auf dem Dachvorsprung ihre Arbeit einstellt. Gänse fliegen schnatternd quer übers Grundstück, zum Nachtlager an den Kiesteichen. Und auf dem Terrassentisch stehen die edlen Weingläser aus der Rinteln-Edition. Fürs "Kalkbödele".




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