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Die katholische Kirche und das angrenzendes Wohnhaus werden im Internet zum Kauf angeboten

Eigenes Gotteshaus für 165 000 Euro zu haben

Bad Eilsen (möh). Wer sich schon immerüber den weiten Weg zur Kirche geärgert hat, dem bietet sich derzeit die einzigartige Möglichkeit, sich ein eigenes Gotteshaus zu kaufen - sogar mit einem Wohnhaus gleich nebenan. Und die Kosten halten sich in Grenzen, denn Wohnhaus mit Kirche sollen "nur" 165 000 Euro kosten. Ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass das Gotteshaus allein eine Grundfläche von 350 Quadratmeter hat. Die Immobilie wird auch im Internet unter www.immowelt.de öffentlich angeboten. Erste Interessenten sind bereits vorhanden. Die Rede ist von der St. Johannes-Kirche an der Ringstraße 1 in Bad Eilsen.

veröffentlicht am 18.07.2008 um 00:00 Uhr

"Haben Sie genug Phantasie? Hier können Sie eine kleine Kirche mit angrenzendem Wohnhaus nutzen!" Unter diesem Motto bietet die Firma Carsten Winkelhake Immobilien in Stadthagen das Gotteshaus mit Wohnhaus an. Grundsätzlich hat der Kirchenvorstand der katholischen Kirche in Bückeburg, zu der die Zweigstelle Bad Eilsen gehört, keine Nutzung für den Käufer der Kirche vorgegeben. Die Kirche steht in einem Mischgebiet, könnte also auch gewerblich genutzt werden. Aber Kirche und Immobilienbüro möchten das Objekt nach dem Verkauf wohnwirtschaftlich genutzt sehen. Carsten Winkelhake: "Wenn in die Kirche eine Zwischendecke eingezogen würde, hätte man dort eine Gesamtwohnfläche von 700 Quadratmeter. Sie würde sich für Loftwohnungen, die derzeit "in" sind, hervorragend eignen". Hinzu kommt das Wohnhaus mit etwa 120 Quadratmetern und das Grundstück ist etwa 1600 Quadratmeter groß". Aber auch ein privates Gebetshauswill der Immobilienmakler nicht ausschließen. Allerdings werden nach dem Verkauf der Immobilie geweihtes Mobiliar wie zum Beispiel der Altar aus der katholischen Kirche entfernt. "Eine würdige Nachnutzung muss für die St. Johannes-Kirche gefunden werden. "Eine Gaststätte fällt nicht darunter", hatte Anfang des Jahres der zuständige Pfarrer Matthias Ziemens aus Bückeburg betont. Allerdings haben Kirche und Immobilienmakler keine Möglichkeit, letztendlich die Nutzung zu steuern, wenn Kirche und Wohnhaus endgültig verkauft sind. Dann, so Carsten Winkelhake, müsse eben das zuständige Bauamt sensibel sein, aufpassen und dafür sorgen, dass keine Kneipe oder sogar eine Disco ins ehemalige Gotteshaus einziehen werden. Der Makler sieht auf jeden Fall gute Voraussetzungen für den Verkauf der Immobilie, denn: "Ein solches Angebot findet man wirklich nur ganz selten." Allerdings wird ein getrennter Verkauf von Gotteshaus und Wohnhaus rigoros ausgeschlossen. Winkelhake: "Das Objekt ist und bleibt eine Einheit". Die ersten Interessenten für das Haus und die Kirche an der Ringstraße 1 sind bereits vorhanden. "Wir haben schon einige Gespräche geführt und Kirche und Wohnhaus auch besichtigt," erklärte Carsten Winkelhake zum Verkauf dieses außergewöhnlichen Objektes zum Preis von insgesamt 165 000 Euro. Der Makler hat nach eigenen Angaben auch andere konfessionelle Vereinigungen in der Samtgemeinde Eilsen angesprochen, ob sie Interesse an der Kirche als Versammlungsraum hätten. Winkelhake: "Sie haben abgewinkt, da sie genügend eigene Räumlichkeiten ha- ben." Das Bistum Hildesheim hatte im Januar die St. Johannes-Kirche in Bad Eilsen neben weiteren Kirchen im Landkreis als für die pastorale Entwicklung nicht unbedingt notwendig erklärt. Soll heißen, die Kirchen werden abgerissen oder verkauft. Die Kirche in Bad Eilsen wurde 1963 gebaut. Sie war immer eine Bückeburger Filialkirche, aber nie eine eigenständige Gemeinde. Die Kirche wurde damals speziell für den Kurbetrieb erbaut, hat aber mit dem Ausbleiben der Kurgäste im Rahmen der Gesundheitsreform mehr und mehr an Zulauf verloren. Es gebe, so die katholische Kirche in Bückeburg, in der Samtgemeinde Eilsen noch "etwa 800" Katholiken, aber ein echtes Gemeindeleben finde nicht mehr statt. Pfarrer Ziemens sah im Januar diesen Jahres für die Eilser Gläubigen keine Probleme, wenn in Bad Eilsen keine Gottesdienste mehr angeboten würden: "Die meisten Menschen sind mobil, die Gotteshäuser in Obernkirchen und Bückeburg sind jeweils nur wenige Autominuten entfernt". Doch auch Obernkirchen behält keinen eigenen Pfarrer. Übrigens: Das Wohnhaus neben der katholischen Kirche ist im Jahre 1972 gebaut worden. Es hat fünf Zimmer und es ist derzeit vermietet. Es gibt einen Stellplatz und das teilweise unterkellerte Gebäude mit seinen fünf Zimmern wird mit einer Gas-Zentralheizung beheizt.




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